1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Unternehmer mit sozialem Gewissen

Unternehmer mit sozialem Gewissen

Der Unternehmer Günter Werner engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für Saarburg und die Region ehrenamtlich. Er war lange Mitglied im Vorstand des Saarburger Gewerbeverbands und hat die Mittwochskonzerte des Saarburger Gewerbeverbands mitinitiiert. Kürzlich hat er dem Hofgut Serrig 2050 Euro übergeben.

Saarburg/Serrig. Günter Werner besucht oft das Hofgut in Serrig. Mehr als 40 Jahre hat sich der Unternehmer aus Saarburg im Vorstand der Trierer Lebenshilfe, zu der auch das Hofgut gehört, ehrenamtlich engagiert. Dafür hat er kürzlich als Dank die goldene Ehrennadel der Lebenshilfe Bundesvereinigung bekommen (der TV berichtete).
Spenden statt Geschenke


Es sind aber auch persönliche Gründe, die Werner immer wieder auf die Hochfläche in Serrig ziehen. Sein Sohn arbeitet dort in einer der Werkstätten. Und so nutzt Werner immer auch die Gelegenheit, Michael Köbler zu sprechen.
Kürzlich hat Werner wieder den Leiter der Einrichtung getroffen und ihm einen Scheck in Höhe von 2050 Euro übergeben. Das ist der Betrag, den Werner auf seinem 80. Geburtstag von seinen Gästen gesammelt hat, um ihn zu spenden.
"Wir werden das Geld dazu nutzen, dass Betreute, die nur über wenig Geld verfügen, mit uns in den Urlaub fahren können", bedankt sich Köbler bei Werner. Diese hätten sonst oft keine Möglichkeit, sich mal außerhalb der Einrichtung zu erholen.
Werner freut sich. Ihm ist das Hofgut eine Herzensangelegenheit, dessen Entwicklung er in den vergangenen Jahren wohlwollend beobachtet hat.
Nach der Schule hatte Werner vor, ein Architekturstudium aufzunehmen. "Um einen Studienplatz zu bekommen, musste ich erst eine Ausbildung in einem Bauhandwerk machen", erzählt der 80-Jährige im TV-Gespräch. Doch nach seiner Zimmermannslehre kam es anders. "Mein Vater Johann wollte, dass mein Bruder Norbert und ich in seine Autowerkstatt einsteigen."
Und so hat Werner 1951 im väterlichen Unternehmen, das damals noch im Stadtzentrum lag, angefangen zu arbeiten. Kurze Zeit später wurde die Firma zur Ford-Vertragswerkstatt, und die Werners zogen mit ihr an den heutigen Standort in der Graf-Siegfried-Straße um. 1964 übernahm Günter Werner den Betrieb, der zwischenzeitlich auch Ford-Vertragshändler geworden war.
Inzwischen hat er das Unternehmen an seine Tochter Petra Werner-Behr und ihren Mann Alfons Behr übertragen. Er selbst kümmert sich noch um die Waschstraßen in Saarburg und Konz-Könen.
Der Seniorchef macht nicht gern viel Aufhebens um sich und seine Person. Ihm geht es vor allem um die Sache.
Werner hat sich nicht nur in der Lebenshilfe engagiert. Er war Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und im Vorstand des Saarburger Gewerbeverbands (SGV). "Als Vorstandsmitglied des Verkehrs- und Verschönerungsvereins konnte ich gegen starken Widerstand die Idee der Mittwochskonzerte etablieren", erzählt Werner. Dafür hat er sich auch mal mit dem kürzlich verstorbenen Altbürgermeister Hans Houy angelegt. "Aber später haben wir uns dann wieder versöhnt", sagt Werner.
Außerdem hat der 80-Jährige sich auch berufspolitisch engagiert. Werner: "Ich war oft fünf Abende in der Woche unterwegs. Aber mir war es immer wichtig, mich für soziale Belange einzusetzen."