Geschichte: Unterwegs durch die Jahrhunderte

Geschichte : Unterwegs durch die Jahrhunderte

Warum die Nitteler 800 Goldmark zahlten und was die Normannen in Nittel wollten. All das ist Thema eines Rundgangs gewesen.

Der Verein der Geschichts- und Kulturfreunde Nittel  hatte auch in diesem Jahr wieder zu einem Historischen Rundgang, einer kleinen Zeitreise eingeladen. Hans-Josef Wietor führte die Teilnehmer zu verschiedenen historisch interessanten Punkten. Um das Erzählte sichtbar zu machen, wurden Vergrößerungen von historischen Fotos gezeigt. Die Mosel war einer der Schwerpunkte, dabei spielten die Furten, die Normannenschlacht bei Nittel im Jahre 882 und die Schifffahrt eine große Rolle. Anhand der Fotos wurden auch die verschiedenen Gesichter der Mosel, bei Hochwasser, bei Niedrigwasser und vor der Kanalisation der Mosel, gezeigt.

Besonderen Anklang fand auch ein Foto der Dorfjugend, als sie bei extremem Niedrigwasser ein Fest in der Mosel feierte. Die Pont war eine Fähre, die über viele Jahrzehnte die Menschen und Tiere trockenen Fußes über den Fluss brachte und so auch eine große Bedeutung hatte.

Auch die Geschichte der Eisenbahn wurde beleuchtet, von den Anfängen um 1870 bis in die heutige Zeit. Dabei zeigte sich auch, dass Nittel beim Bau der Bahn eigentlich keinen Bahnhof und keinen Haltepunkt erhalten sollte. Nach längeren Streitigkeiten wurde dann doch ein Haltepunkt eingerichtet, aber nur weil die Nitteler bereit waren dafür einen Beitrag von 800 Reichsmark zu zahlen.

Ein weiteres Foto begeisterte ebenfalls zusammen mit dessen Geschichte. Es war das Foto eines Nitteler Schweinehirten, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts täglich durch Nittel ging, die Schweine sammelte und zu einer Weide außerhalb des Ortes führte. Abends führte der Schweinehirt die Schweine wieder zurück. Die Tiere wussten, wo sie zu Hause waren und liefen alle, ohne ein Zeichen des Hirten, wieder genau in ihre Ställe hinein.

Auch die beiden ersten Nitteler Schulen lagen an dem Rundweg. Hier berichtete Hans-Josef Wietor von der Geschichte der Schulen, auch von dem Brand der ersten Schule im Jahre 1844. Weiteres Thema war auch ein Entführungsfall aus dem Jahre 1558. Nittel gehörte zum Herzogtum Lothringen und beiderseits der Mosel gehörte Land zu Nittel. So konnte der lothringische Herzog Zölle bei der Durchfahrt der Schiffe erheben. Dieses führte immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Herzogtümern Lothringen und Luxemburg. So wurde der Nitteler, der die Zölle erheben musste, von den Luxemburgern entführt und in Grevenmacher festgesetzt.

Er sollte wieder in Freiheit kommen, wenn die Erhebung der Zölle abgeschafft wird. Nach zähen Verhandlungen veränderte sich nichts. Schließlich entführten die Nitteler dann auch einen Bediensteten des luxemburgischen Herzogs und setzten ihn in Nittel fest. Schließlich tauschte man die Entführten wieder aus, die Zölle wurden auch weiterhin erhoben.

Mehr Informationen im Internet unter der Adresse  wwww.gkf-nittel.de, Facebook/Twitter/Instagram: @gkfnittel

Mehr von Volksfreund