Unverhofft kommt oft!

Freitagvormittag. Die Stadt in Trier ist sehr voll. Trotz der Hitze sind viele Menschen unterwegs. Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt haben, schnell ins Parkhaus und nichts wie raus aus der Stadt. Im Parkhaus angekommen, stehen zwei ältere Damen an ihrem Auto, das keinen "mucks" mehr von sich gibt.

Batterie leer. Sie bitten uns um Hilfe. Nicht gerade begeistert schauen wir im Kofferraum nach, ob wir ein Startkabel dabei haben, um zu überbrücken. Meine Frau und ich flüstern leise: "Haben wir eins"? Wir entscheiden uns, zu helfen. Das ist aber gar nicht so einfach. Das Kabel ist nicht lange genug. Die Autos stehen ungünstig zueinander. Wir müssen näher ranfahren. Die Parkgebühr ist bereits bezahlt; nicht dass wir nachher nicht mehr durch die Schranke kommen und außerdem wollten wir ja noch tanken fahren. Aber wie heißt die alte Pfadfinderweisheit: Jeden Tag eine gute Tat. So helfen wir den beiden Damen, die überglücklich sind. Zum Dank drücken sie uns einen Geldschein in die Hand. Wir wehren ab und sagen, nein, das sei doch nicht notwendig. Ich sage zu ihr: "Beten Sie ein Vater unser für uns, davon haben wir mehr". Verdutzt schaut die Frau uns an und ist wohl sehr verwundert, so etwas von einem jungen Menschen zu hören. Aber sie steht meiner Antwort nicht viel nach: "Ja, das tun wir sowieso!" Rüdiger Glaub-Engelskirchen Gemeindereferent der Pfarreiengemeinschaft Damflos, Gusenburg, Hermeskeil, Züsch

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