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Unwetter mit Folgen: Wald wegen umstürzender Bäume gesperrt

Unwetter mit Folgen: Wald wegen umstürzender Bäume gesperrt

Der viele Regen nervt nicht nur. Er hat auch gefährliche Konsequenzen. Denn immer wieder verlieren Bäume ihren Halt und kippen unvermittelt um. Deshalb werden sogar Waldstücke wie in Tawern gesperrt.

Tawern/Trassem. Der Tawerner Pflauberg, ein Waldstück oberhalb des örtlichen Bürgerhauses, ist vorübergehend gesperrt. Als Folge eines Unwetters sind in den vergangenen Tagen mehrere Bäume auf Waldwege gestürzt. Der Tawerner Ortsbürgermeister Thomas Müller sagt: "Insgesamt ist damit zu rechnen, dass weitere Bäume umfallen." Er hat Baken und entsprechende Hinweisschilder aufstellen lassen. Nun bittet er besonders Wanderer, Radfahrer und Läufer darum, die Hinweise zu beachten.Zu schwere Früchte


Das Tawerner Waldstück, in dem laut zuständigem Saarburger Forstamt bisher etwa fünf Bäume umgefallen sind, ist kein Einzelfall. Laut Peter Schmitt, dem stellvertretenden Leiter des Saarburger Forstamts, sind auf einem ähnlichen Gelände in Trassem vor zwei Wochen schon mehrere Bäume umgekippt. "Gerade dort, wo Buntsandstein ist, muss man aufpassen", sagt Schmitt. Darauf sei nur wenig Erdboden, in dem sich die Wurzeln der Bäume verankern können. Wegen des Regens sei der Boden auch noch besonders weich. Hinzu komme, dass die Bäume wegen der Nässe auch besonders schwere Blätter trügen. Zudem sei auch der Bestand von Früchten wie Bucheckern in diesem Jahr sehr groß.
Aus all diesen Faktoren schließt Schmitt: "Man sollte nicht unbedingt in Steilhang standorten in den Wald gehen." Bei Unwetter sollten Jogger, Wanderer und Radfahrer den Wald sowieso meiden. Der stellvertretende Forstamtsleiter hofft darauf, dass in den kommenden Tagen kein Sturm hinzukommt. Im Falle eines Sturms sei mit sehr großem Windwurf zu rechnen.Alle hoffen auf trockenes Wetter


"Wenn ihr im Wald unterwegs seid, seid besonders vorsichtig", appelliert der Tawerner Ortschef Müller an seine Bürger. Er weist darauf hin, dass die Gemeinde nicht alle Wälder absperren könne. Er empfehle aber Joggern, die sonst eine Waldstrecke nehmen, auf andere Wege auszuweichen und auf Nummer sicher zu gehen. Der stellvertretende Saarburger Forstamtsleiter Schmitt hegt wie die meisten Menschen in Deutschland ohnehin nur einen Wunsch: "Wir hoffen, dass es trockener wird."
Umstürzende Bäume können auch in den anderen Teilen des Landkreises Trier-Saarburg sowie in der Stadt Trier zum Problem werden. Gundolf Bartmann, Chef des Forstamts Trier, will nicht soweit gehen, Wälder zu sperren. Andererseits bestehe aktuell und wohl noch in einigen Tagen die Gefahr, dass unvermittelt Bäume umstürzen könnten, sagt der Forstmann. Laubbäume seien besonders anfällig. Statt Verboten weist Bartmann daraufhin, dass man im Forst generell achtgeben müsse.
Der nasse Boden führt jedoch nicht nur dazu, dass Bäume umfallen. Auch die Holzwirtschaft ist beeinträchtigt. An einigen Stellen können Holzerntemaschinen und Rückefahrzeuge nicht mehr eingesetzt werden. Die würden sich entweder im Matsch festfahren oder würden tiefe Spuren hinterlassen und so den Waldboden nachhaltig schädigen.
Bartmanns Kollege Berthold Breit vom Forstamt Hochwald berichtet ebenfalls davon, dass Holzrückearbeiten wie beispielsweise im Bereich Sternfeld bei Farschweiler verschoben werden müssen. Dort sollten eigentlich 500 Festmeter gerückt werden.
Der Büroleiter kann dem vielen Regen jedoch auch etwas Gutes abgewinnen: "Der Borkenkäfer hat es derzeit schwer." Die Bäume hätten aufgrund des guten Wasserangebots derzeit viel Kraft, sich gegen die Insekten zu wehren. Bei trockenem Wetter wie in normalen Jahren sehe das anders aus.