Ursula Ninfa nun MItglied der Geschäftsführung im freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz

Kostenpflichtiger Inhalt: Neues Gesicht an der Spitze : Sie will mehr Handwerker und Tiere ins Freilichtmuseum bringen

Ursula Ninfa arbeitet seit kurzem in der Geschäftsführung des Roscheider Hofs mit und hat mit dem TV über ihre Ideen gesprochen. Ihr Vorgänger Hermann Kramp hat schon kreative Pläne für den Ruhestand.

Ursula Ninfa spricht schnell, wenn sie über ihre Pläne für das Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz spricht. Die 56-Jährige hat kürzlich die Nachfolge von Hermann Kramp angetreten und ist nun in der Geschäftsführung der größten Touristenattraktion in der Saar-Mosel-Stadt tätig. Ninfa stammt gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Die Region kennt sie aber gut, weil sie in Trier Germanistik und Kunstgeschichte studiert hat und in Cochem und während der Woche in Konz lebt. Erfahrung hat sie aber auch bei ihrer Magisterarbeit in Florenz oder ihrer Promotion in Zürich gesammelt.

Nun kehrt sie nach diversen Stationen in der Denkmalpflege, der Erwachsenenbildung, in einem Kulturamt sowie im Kulturtourismus und in der Öffentlichkeitsarbeit zurück in ihre Studienheimat. Dort trifft sie unter anderem auf einen alten Studienkollegen, der heute zugleich seit zehn Jahren ihr Lebensgefährte ist: Markus Berberich.  Und der arbeitet schon lange als Kurator in dem Konzer Museum. Der Vorteil dieser Verbindung liegt aus Ninfas Sicht auf er Hand: „Ich kannte das Team, und die kannten mich.“

Aber sie habe den anderen rund 60 Bewerbern und Bewerberinnen für die Stelle in der Museumsgeschäftsführung nicht nur die persönlichen Kontakte vorausgehabt. Auch ihre breiten administrativen und verwaltungsinternen Erfahrungen hätten ihr zum Vorteil gereicht. Sie kenne die Abläufe und wisse, wie man funktionierende Programme erstelle.

Neue Ideen fürs Weihnachtsdorf im Roscheider Hof

Ihr Ziel sei es nun, mehr „Schwung in den Laden zu bringen und neue Akzente bei den Veranstaltungen zu setzen“: Mehr Handwerker und mehr Tiere wolle sie ins Museum bringen. Zudem sei es eine Herausforderung, mehr Menschen ehrenamtlich einzubinden. Sie habe da vor allem ältere Menschen im Blick, die wertvolle hauswirtschaftliche oder handwerkliche Fähigkeiten mitbrächten, sagt Ninfa. Es würden aber auch Helfer gebraucht, die beim Inventarisieren mitarbeiten. So gebe es zum Beispiel eine Sammlung mit mehr als 180 Radios und Fernsehern sowie Abspielgeräten für Tonträger. Das seien aber nicht die einzigen schlummernden Gegenstände. Ähnlich viele potenzielle Ausstellungsstücke habe das Museum bei historischen Regenschirmen oder Kopfbedeckungen.

Eines der ersten Ziele, die Ninfa im Gespräch mit dem TV formuliert, ist, dass sie wieder mehr Reisegruppen ins Museum locken will. „Wir wollen das verstärkt angehen, wenn die Gastronomie wieder besetzt ist“, sagt Ninfa. Zuletzt hatte das Museum Einbußen hinnehmen müssen, weil das Museumsrestaurant zwei Jahre keinen Pächter hatte und den Gruppen somit nichts zu essen angeboten werden konnte. Ab März übernimmt jedoch der erfahrene Gastronom Peter Kiefer das Restaurant (der TV berichtete). Kiefer sucht zurzeit noch nach zusätzlichem Personal.

Ein weiteres Ziel ist laut Ninfa, die digitalen Plattformen des Museums auszubauen. So soll noch dieses Jahr eine neue Internetseite in Betrieb gehen. Um diese Aufgabe kümmere sich der ehrenamtliche Leiter des Museumsvereins, Helge Klaus Rieder, der im Hauptberuf eine Professur für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Trier innehat.

Eine weitere Herausforderung für die Zukunft sei es, das Museum personell noch besser aufzustellen. Drei Mitarbeiter verabschiedeten sich bald in den Ruhestand, sagt die 56-Jährige: „Da müssen wir Menschen finden, die handwerklich geschickt und erfindungsreich sind.“ Zuerst muss die Neue im Museumsteam den Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum am zweiten und dritten Adventswochenende organisieren. Und auch hier setzt das Museum bei Ninfas erstem Weihnachtsmarkt erste Akzente: Die Marktstände werden in die Ausstellungen des Museums integriert. Zudem wird sich das Marktgeschehen vom vorderen in den hinteren Hof verlagern. Dort würden alle Fenster beleuchtet, um eine angemessene weihnachtliche Atmosphäre zu erzeugen (der TV berichtete).

Dass es überhaupt einen Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Roscheider Hof gibt, ist auch auf Ninfas Vorgänger Hermann Kramp zurückzuführen. Auf den Weihnachtsmarkt sei er besonders stolz, sagt er. Kramp war 22 Jahre lang Geschäftsführer in dem Museum. Nun ist er mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen. Der Wiltinger sagt im Gespräch mit dem TV, dass er nun seine kreative Faulheit pflegen wolle. Unter anderem werde er weiter Stücke für die Theatergruppe Kleine Bühne Wiltingen schreiben.

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