Vandalismus schockt Mertesdorfer Bevölkerung

Vandalismus schockt Mertesdorfer Bevölkerung

Vandalismusaktionen auf dem Friedhof und am Kindergarten haben seit Anfang der Woche in Mertesdorf für Unruhe gesorgt. Die Polizei in Schweich ging schon bei Beginn der Ermittlungen von sehr jungen Tätern aus. Die Beamten vermuteten richtig: Am Donnerstag räumten zwei acht und zwölf Jahre alte Jungen im Beisein ihrer Eltern die Taten ein.

Mertesdorf. Erstaunlich, was Kinderhand anrichten kann: Kopfschüttelnd stehen die Gemeindearbeiter Gerhard Schöler und Peter Link auf dem Mertesdorfer Friedhof und betrachten das Werk der Zerstörung. Die Scheiben von rund 20 Grablampen sind eingetreten, sechs Holzkreuze wurden aus Gräbern gerissen und durch die Gegend geworfen, Blumen herausgerissen und pesönliches Grabdekor - etwa kleine Engelsfiguren aus Porzellan - zerschlagen.
Mit gelber Farbe beschmiert


"Das mögen keine wertvollen Stücke sein, aber an diesen Sachen hängen meist persönliche Erinnerungen der Angehörigen. Das tut den Leuten weh", sagt Schöler. Wie schon die Polizei tippen er und sein Kollege auf sehr junge Täter. Eine typische Jungen-Mutprobe?
Am Mittwoch, 30. November, waren die Schäden erstmals entdeckt worden, seitdem kam täglich etwas hinzu. Auch in der Nacht zum Donnerstag - da haben die Unbekannten wieder eingesetzte Kreuze erneut herausgerissen und mit gelber Farbe eine Grabeinfassung verschmiert. Schöler am Donnerstagmorgen: "Das mit der Farbe ist heute neu dazugekommen. Längst entsorgt haben wir Dutzende total zerstörte elektrische Grablichter. Bei allen fehlten die Batterien."
Zweiter Schauplatz ist ein paar Straßen weiter die Kita Mertesdorf. Leiterin Roswita Winkel präsentiert zahlreiche spiegelverkehrt gemalte Hakenkreuze und Sieg-Heil-Parolen auf Spielgeräten und Holztüren. Dazu kommen beschädigte Blumenkästen. Und auch am Kindergarten ist in der Nacht zum Donnerstag als "Neuheit" eine gelbe Farbschmiererei auf einer Wand hinzugekommen. "Nach 17 Uhr mit einbrechender Dunkelheit, wenn der Kindergarten zu ist, geht es wohl los", vermutet Leiterin Winkel. Zwar sei am Haus ein Bewegungsmelder installiert, doch der werde fast täglich auch von Katzen ausgelöst.
Hinweise von Bürgern



Schon am Mittwoch hat Ortsbürgermeisterin Ruth Wilhelm Anzeige gegen unbekannt erstattet. Sie hofft, dass die Täter möglichst schnell dingfest gemacht werden könnten. "Es sind auch schon Hinweise von Bürgern gekommen", erklärt Wilhelm am Mittwochabend im Gespräch mit dem TV.
Dieter Wiegandt, stellvertretender Chef der Polizeiinspektion Schweich, setzt am Donnerstag auf die guten internen Kenntnisse des örtlichen Kontaktbeamten Rainer Ahmann. Sein Chef Wiegandt ist sich sicher: "Da sind keine Neonazis oder Okkultisten am Werk - alles weist auf sehr junge Täter hin."
Einige Stunden später folgt die Meldung aus Schweich: "Zwei kleine Jungs haben ihre Taten eingeräumt."Extra

Täter, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind nach deutschem Recht nicht strafmündig und können für ihre Taten nicht bestraft werden. Unabhängig davon können aber zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegen das Kind und eventuell gegen die Erziehungsberechtigten (etwa wegen Aufsichtspflichtverletzung) geltend gemacht werden. f.k.