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Verbandsgemeinde will kulturelle Vielfalt

Verbandsgemeinde will kulturelle Vielfalt

Dass Fremdenfeindlichkeit der Verbandsgemeinde Saarburg keine Chance hat, dafür setzt sich der Arbeitskreis Integration seit Jahren ein. Jetzt hat er dem Rat vorgeschlagen, dass die Gemeinde sich als "Ort der Vielfalt", einer Initiative der Bundesregierung, bewirbt.

Saarburg. Die Verbandsgemeinde Saarburg (VG) soll "Ort der Vielfalt" werden. Das hat der VG-Rat am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Vorausgegangen war dem Beschluss ein Ersuchen des Arbeitskreises Integration (AKI), dass sich der Rat um die Auszeichnung der Bundesregierung bewerben sollte. "Der Arbeitskreis Integration in der VG Saarburg bittet die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Saarburg, Vielfalt, Toleranz und Demokratie zu Leitzielen ihres Handelns zu erklären und sich um die Auszeichnung der Bundesregierung "Ort der Vielfalt" zu bewerben", sagte Thomas Zuche vom AKI.

Diese Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Innenministers und der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung hat zum Ziel, dass bis Ende 2010 möglichst viele Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern in Deutschland vor Ort für Vielfalt und gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus engagieren.

Nach Ansicht des AKI hat die VG jetzt schon einige der Anforderungen dieser Initiative erfüllt. Zahlreiche Veranstaltungen wie die zurzeit laufende interkulturelle Woche oder die Instandsetzung des jüdischen Friedhofs in Saarburg-Niederleuken durch Jugendliche des Saarburger Jugendtreffs hätten gezeigt, dass die VG bereits seit Jahren für Integration und gegen Fremdenhass oder Antisemitismus aktiv ist.

"Jahrzehntelang haben hier Deutsche und französische Soldaten in guter Nachbarschaft zusammengelegt, außerdem kommen jedes Jahr sehr viele Niederländer hierher, um Urlaub zu machen", sagte Zuche. Auch Schulen und Kindergärten der VG zeigten immer wieder ihr Engagement im Rahmen unterschiedlicher Projekte zum Thema.

"Die Bewerbung ist ein starkes Symbol", erklärte Zuche. "Es ist ein Bekenntnis zu Werten", erklärt er, "und eine klare Absage an extremistische Kräfte."

Bürgermeister Leo Lauer sieht die Integration als "gemeinsame Aufgabe", und lobte im VG-Rat die Arbeit des AKI, der sich seit 2002 um die Integration kümmert. Mit der Bewerbung zum Ort der Vielfalt könne man die "Sensibilität für dieses Thema generell aufrechterhalten." Sinn der Bewerbung, so Lauer, sei es, "sich zur Verantwortung zu bekennen und so eine Grundlage zu schaffen, die über die Symbolhaftigkeit dieser Initiative hinausgeht."