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Verbandsgemeinderat Konz beschließt, Auftrag für die Renaturierung des Klosterbachs in Konz-Karthaus an Konzer Firma zu vergeben

Stadtgeschehen : Klosterpark in Konz-Karthaus kann umgestaltet werden

Der Leiter der Grundschule freut sich auf den offenen Bach. Dieser soll den Unterricht bereichern.

Der Verbandsgemeinderat Konz hat einstimmig beschlossen, den Auftrag für die Renaturierung des Klosterbachs in Konz-Karthaus an die Firma Johann Wacht in Konz-Könen zu vergeben. Das rund 1,5 Millionen Euro teure Projekt wird zu einer deutlichen Aufwertung des Klostergeländes führen – mit zahlreichen Vorteilen für die Grundschule St. Johann und die Bewohner des DRK-Seniorenzentrums.

In der Grundschule St. Johann ist die Vorfreude bei Schulleiter Thomas Kürwitz groß: Dank des zukünftig offen durch das Schulgelände geführten Klosterbachs werden ganz neue Möglichkeiten für einen interessanten und vielfältigen Sachunterricht geschaffen. „Wasserkraft, die Tier- und Pflanzenwelt am und im Wasser, Wissensvermittlung durch Erfahrung – all das bietet der offene Wasserlauf“, schwärmt Kürwitz. Er freut sich auf das Vorhaben, das von der Landesregierung Rheinland-Pfalz mit 1,5 Millionen Euro gefördert wird. „Die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten werden wir dafür gern ertragen“, sagt er.

Gunnar Platz aus der Geschäftsführung der Firma Johann Wacht rechnet mit einer Bauzeit von ungefähr einem Jahr. In dieser Zeit wird ein Rückhalte- und Speicherbecken auf der Roscheider Seite des Klosterbachs angelegt, die Unterführung unter den Bahngleisen erneuert und der Bach im Bereich der Grundschule St. Johann und des Seniorenzentrums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) freigelegt. Auf der Brache zwischen den Parkplätzen am Kloster Karthaus und dem Seniorenzentrum wird eine Parklandschaft mit einem Wasserspielplatz, Brücken, Stegen und Spazierwegen entstehen.

„Wenn der Auftrag nach der Entscheidung des VG-Rats bei uns eingeht, benötigen wir noch einen Vorlauf von vier Wochen“, sagt Platz. Das bedeutet, dass es vermutlich Anfang November mit den Arbeiten losgehen kann. „Wir werden drei bis vier Mitarbeiter ständig auf der Baustelle haben“, sagt Platz weiter. Und obwohl auch schweres Gerät zum Einsatz kommen wird, bleiben die Einschränkungen und der Platzbedarf auf dem Klostergelände gering. Das wird auch Dieter Klever (FWG) beruhigen. Denn er fragte in der VG-Ratssitzung nach, ob die Parkplätze rund ums Kloster Karthaus während der Bauarbeiten erhalten bleiben.

Mit der Renaturierung des Baches werden auch Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt. „Bei Starkregen schwillt der Bach von Roscheid kommend sehr schnell stark an“, berichtet Gunnar Platz. Durch die Maßnahmen wird die Fließgeschwindigkeit verlangsamt. Das Rückhalte- und Speicherbecken auf der Roscheider Seite der Domänenstraße (K 134) wird den Bach auch bei längeren Trockenphasen speisen. „Momentan führt der Bach gar kein Wasser“, sagt der Ingenieur der Firma Wacht.

An der Brunostraße in Karthaus verschwindet der Bach dann wieder unter der Straße und wird in die Mosel geleitet. Dieser Bauabschnitt ist laut VG-Bürgermeister Joachim Weber bereits abgeschlossen.

Bei der Beschlussfassung waren 23 von 40 Ratsmitgliedern anwesend. Das reichte für die Beschlussfähigkeit aus. Diese ist erreicht, wenn mindestens 50 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder anwesend sind.