Lokalpolitik: Verbandsgemeinderat Konz: Politiker fördern barrierefreien Tourismus

Lokalpolitik : Verbandsgemeinderat Konz: Politiker fördern barrierefreien Tourismus

Der Verbandsgemeinderat Konz hat eine Stelle bei der Saar-Obermosel-Touristik fortgeschrieben. Auch ein bewährtes Bundesprogramm soll weitergehen. Da erwarten die Beteiligten aber mehr Ideen aus den umliegenden Dörfern.

Der Verbandsgemeinderat Konz sollte am Donnerstagabend erstmals in seiner endgültigen Zusammensetzung tagen. Allerdings wurde daraus noch nichts, weil Josef Geltz, der für den ehrenamtlichen Beigeordneten Walter Bamberg in die CDU-Fraktion nachrückt, im Urlaub ist. So verabschiedeten sich die anderen Ratsmitglieder ohne Geltz von neun verdienten Kommunalpolitikern, die nicht mehr in dem Gremium sind (ein Bericht folgt). Der Rat kümmerte sich nicht nur um diese Abschiede, sondern auch um mehrere Sachthemen.

Barrierefreier Tourismus Unter anderem hat der VG-Rat den Konzer Anteil an der Stelle für Anna-Lena Koster (9420 Euro pro Jahr) bei der Saar-Obermosel-Touristik (SOT) freigegeben. Sie wird mindestens bis 2022 weiter als Kümmererin für die Umsetzung barrierefreier Projekte tätig sein. In diesem Rahmen hat sie schon viele Ideen zusammengetragen. Dazu gehören in der VG Konz vor allem neue Projekte im Kloster Karthaus und im Roscheider Hof. Ziel sei es, einen barrierefreien Rundweg ums Kloster zu schaffen. Auch ein Tastmodell des Gebäudes und Lauschtouren, die per App Sehbehinderten die Historie des Roscheider Hofs und des Klosters näherbringen, seien vorstellbar, sagt Koster bei ihrer Präsentation. Zudem sei die Anschaffung eines Rollstuhl-Fahrrads geplant. Mittelfristig könne sie sich auch einen Regiothek in Roscheid und einen Regiomaten am Kloster vorstellen, einen Kiosk beziehungsweise einen Automaten mit regionalen Produkten.

Koster erläuterte auch, bei welchen barrierefreien Projekten die SOT bisher mitgeholfen habe. Dazu gehörten unter anderem der Wasserliescher Impulsweg und der Nitteler Weinberglehrpfad. Es bestehe weiterhin die Möglichkeit, Einrichtungen speziell zertifizieren zu lassen, sagt Koster. Bisher seien in der VG Konz das Saar-Mosel-Bad, das Kloster Karthaus und die Tourist-Info zertifiziert. Die Oberbilliger Fähre könnte in Kürze folgen. Nur ein privater Betrieb (Weingut und Brennerei Peter Greif in Tawern-Fellerich) habe die Möglichkeit genutzt. Ziel sei es, weitere Privatbetriebe in das Programm aufzunehmen. So sei bei gewerblichen Übernachtungsbetrieben ab zehn Betten zum Beispiel  ein Zuschuss für einen barrierefreien Umbau möglich. Kosters Fazit: „Wir sind in Konz auf einem guten Weg, aber es gibt noch einiges zu tun.“

Demokratieprogramm Der Rat hat einstimmig für die Fortsetzung des Bundesprogramms Demokratie leben in der Verbandsgemeinde Konz gestimmt. Jährlich seien dort 125 000 Euro bei einem Eigenanteil von etwa 13 000 Euro zu erwarten, mit denen niederschwellige Projekte gefördert werden können – zum Beispiel Diskussionsveranstaltungen, Hausaufgabenhilfe oder Sportaktionen für Flüchtlinge sowie Fortbildungen für Jugendbetreuer. CDU-Ratsmitglied Bernhard Marx betonte: „Ich würde mir wünschen, dass mehr Ideen aus den Orten kämen.“ Bisher sei das Programm sehr auf die Stadt Konz zentriert.

Mehr Sitzungsgeld Der Rat hat mehrheitlich für eine Änderung der Hauptsatzung gestimmt. Das Sitzungsgeld für Rats- und Ausschussmitglieder wird von 30 auf 40 Euro erhöht. Der Haupt- und Finanzausschuss darf überplanmäßige Ausgaben von 50 000 statt 10 000 Euro gewähren und Aufträge von 100 000 statt 50 000 Euro ohne Zustimmung des Rats vergeben. Der Bürgermeister darf nun bei Aufträgen bis zu 20 000 Euro alleine entscheiden.

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