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Verein sorgt sich um Bahnbrücke

Konz. Der Bürgerverein Berendsborn setzt sich seit mehr als einem Jahr für die Sanierung der Brienon-Brücke ein. Aber das Bauwerk wurde weder geprüft noch saniert, obwohl die Verwaltung das schon für 2012 versprochen hatte. Jetzt wird ein Auftrag vergeben. Christian Kremer

Konz. Manfred Fuchs wohnt in der Bahnhofstraße in Konz. Die Brienon-Brücke, die in der Nähe des Konzer Bahnhofs von der Innenstadt aus über die Gleise zum Stadtteil Berendsborn führt, ist sehr wichtig für ihn. "Ich bringe jeden Morgen mein Enkelkind über die Brücke zur Schule." Seine Frau hole das Kind mittags wieder ab - sie gehe ebenfalls über die Brücke.
Doch die Bahnbrücke ist in die Jahre gekommen. Der Bodenbelag ist rissig und bei Regen glitschig. Auch das Geländer ist angerostet. Die Brücke bleibt aber die wichtigste fußläufige Verbindung über die Gleise. "Jetzt muss man an der Brücke etwas machen", fordert Fuchs. Doch es wurde noch nichts gemacht, obwohl sich auch der Bürgerverein Berendsborn seit November 2011 für die Erhaltung der Brücke einsetzt.
Verwaltung unterstützt Verein


Die Konzer Verwaltung unterstützte das Anliegen des Vereins und versprach, dass die Brücke noch im Februar 2012 geprüft werde. Auch eine Sanierung wurde in Aussicht gestellt. "Das ist bisher nicht passiert", sagt Hans-Josef Luy, Vorsitzender des Bürgervereins Berendsborn. "Die Berendsborner befürchteten, dass die Brienon-Brücke doch nicht erhalten wird", sagt auch Vereinssprecher Karl-Peter Jochem. "Die Ankündigung, an anderer Stelle eine Unterführung zu bauen, hat uns aufgeschreckt."
Die Unterführung soll im Zuge der Sanierung des Bahnhaltepunkts gebaut werden und die Bahnhofstraße mit der Güterstraße verbinden (der TV berichtete).
Der Standort der Unterführung ist aber näher an der Schillerbrücke geplant - ein Umweg für die Berendsborner und die Bahnhofstraßen-Anwohner. Eine Unterführung sei keine Alternative zu der Brücke, sagt Fuchs. "Ein Tunnel: Da sagen 90 von 100 Menschen, dass sie da nicht gerne durchgehen", meint er. Die Unterführung wird trotzdem kommen, der Stadtrat hat entsprechende Pläne verabschiedet. Verläuft alles nach Plan, beginnt der Bau Mitte 2013.
Achim Lutz, Pressesprecher der Konzer Verwaltung, zerstreut auch die Befürchtungen wegen der Brienon-Brücke: "Da gibt es keine Pläne, die Brücke abzureißen - definitiv nicht", verspricht er. Am Dienstag, 19. März, werde der Auftrag für die Brückenprüfung im städtischen Bauausschuss vergeben. Dass die Prüfung mehr als ein Jahr später als geplant über die Bühne geht, begründet die Verwaltung mit einer Sammelausschreibung für alle Bahnbrücken in der Stadt Konz. Es gebe nur wenige Unternehmen in Deutschland, die für solche Prüfungen infrage kämen, argumentiert Lutz.
Für die Stadt Konz sei es einfacher, eine Firma zu finden, wenn mehrere Brücken zugleich geprüft würden. Neben der Brienon-Brücke werden laut Lutz die Bahnbrücken in Konz-Filzen und in Konz-Karthaus unter die Lupe genommen. "Wenn die Ergebnisse vorliegen, wird ein Konzept für die Brienon-Brücke erstellt", sagt Lutz.
Die Nachricht aus dem Rathaus kommt bei Jochem gut an: "Wir freuen uns, dass jetzt endlich Bewegung reinkommt und die Bürger auch künftig die Brienon-Brücke nutzen können."Extra

Die Brienon-Brücke ist 1966 im Rahmen des Heimat- und Weinfests in Konz eingeweiht worden. Der damalige Bürgermeister, Michael Kutscheid, nannte die Brücke eine wichtige Verbindung des damals neuen Stadtteils Berendsborn mit dem Stadtzentrum, aber auch eine symbolische Verbindung zwischen den Bürgern der französischen Partnerstadt Brienon und Konz. sve