1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Verfahren wegen schwerer Brandstiftung beginnt nach Feuer in Lampaden

Kriminalität : Nach Feuer in Lampaden: Verfahren wegen schwerer Brandstiftung beginnt in Trier

Ein Luxemburger muss sich am Landgericht Trier wegen einer schweren Brandstiftung verantworten. Der Mann soll im Januar ein Wohnhaus angezündet und so unbewohnbar gemacht haben. Was zu dem Fall bekannt ist.

Die Mitglieder von sieben freiwilligen Feuerwehren aus den Verbandsgemeinden Saarburg-Kell, Ruwer und Konz mussten am Dienstagvormittag, 25. Januar, gegen 11.10 Uhr zu einem Großeinsatz ausrücken. Ein Einfamilienhaus war in Brand geraten. Die Rauchsäule ist weit über die Ortsgrenzen hinaus zu sehen. Zwar wird niemand verletzt, und die Einsatzkräfte können das Feuer bald unter Kontrolle bringen, aber sie brauchen bis zum Abend, um alle Brandherde zu löschen. Das Ergebnis: Das Haus bleibt unbewohnbar. Den Sachschaden schätzten die Ermittler schon kurz nach dem Feuer auf rund 400.000 Euro.

Wenige Tage nach der stand fest, dass das Feuer absichtlich gelegt worden ist. Rund einen Monat später, am 21. Februar verkündete die Polizei die Festnahme eines Tatverdächtigen. Und rund ein halbes Jahr später beginnt der Prozess zu dem Fall. Die dritte Große Strafkammer des Landgerichts Trier mit dem Vorsitzenden Richter Armin Hardt verhandelt den Fall ab Donnerstag, 7. Juli. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Schwere Brandstiftung.

Der Angeklagte kommt aus Luxemburg

Angeklagt ist ein zum Tatzeitpunkt 59 Jahre alter Luxemburger mit Wohnsitz in Luxemburg, gegen den die Staatsanwaltschaft im Februar einen Haftbefehl erlassen hat. Die Staatsanwaltschaft Trier legt dem Angeklagten R. zur Last, Das Wohnhaus in Brand gesetzt und ganz oder teilweise zerstört zu haben. Gegen 11 Uhr habe er die Fensterscheibe zum Heizungsraum des Einfamilienhauses eingeschlagen, heißt es in der Anklage. Der Mann habe in das Gebäude eindringen können, in dem er durch die Öffnung hineingegriffen und das Fenster geöffnet habe. Im Flur beziehungsweise Treppenhaus habe er das Gebäude in Brand gesetzt. Dabei hat der mutmaßliche Brandstifter laut den Ermittlern vermutlich Terpentinöl als Brandbeschleuniger benutzt.

Das Wohnhaus sei durch den Brand so stark beschädigt worden, dass eine „vollständiger Abriss des Gebäudes unvermeidbar geworden sein dürfte“, heißt es in der Anklage. Das habe der Angeklagte „zumindest billigend in Kauf genommen“.

Der Angeklagte ist laut Staatsanwaltschaft bislang strafrechtlich in der Bundesrepublik Deutschland nicht in Erscheinung getreten. Der Luxemburger wurde am 18. Februar im Rahmen eines justiziellen Rechtshilfeersuchens festgenommen. Das Haus des Beschuldigten hatte in diesem Rahmen die luxemburgische Polizei durchsucht. Er befindet sich seit Mitte Februar in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Trier hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier einen Haftbefehl erlassen.

Auf Nachfrage bei der Polizei hieß es nach der Festnahme, dass der Festgenommene in einem persönlichen Verhältnis zu der Person gestanden habe, die in dem Haus gelebt habe.

Verfahren wegen schwerer Brandstiftung beginnt nach Feuer in Lampaden
Foto: TV/Wilfried Hoffmann

Die Brandstiftung zählt im deutschen Strafgesetzbuch zu den gemeingefährlichen Straftaten. Eine einfache Brandstiftung wird mit einer Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren bestraft. Wer ein Wohnhaus in Brand setzt und dieses teilweise oder ganz durch das Feuer beschädigt, macht sich jedoch in der Regel der schweren Brandstiftung schuldig. Die Straferwartung ist in solchen Fällen höher: Ein bis 15 Jahre Freiheitsstrafe drohen den Tätern, wenn das Gericht den Tatbestand erfüllt sieht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wohnhausbrand in Lampaden