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Verirrte Lieferanten und Lob für frische Optik

Verirrte Lieferanten und Lob für frische Optik

Seit fast zwei Jahren wird an der Freudenburger Ortsdurchfahrt gearbeitet. Die Anwohner ertragen es mit Gelassenheit, für die Gestaltung gibt es Lob. Geschäfte leiden allerdings auch an Umsatzeinbußen. Morgen rückt die Baustelle ein Stück weiter, der nächste Abschnitt wird ausgebaut.

Freudenburg. Edgar Ternes aus der Leukstraße hat es schon hinter sich. Der Ausbau in seiner Straße, die zur Ortsdurchfahrt gehört, ist längst abgeschlossen. Er und auch andere sagen: "Das Ergebnis sieht gut aus." Ganz überzeugt ist er aber nicht. "Dass die Straße schmaler ist, bringt nichts. Es wird immer noch gerast."
Freudenburgs Ortsbürgermeister Bernd Gödert hofft, dass sich das noch ändert, insbesondere in der teils schnurgerade verlaufenden König-Johann-Straße, an der derzeit gebaut wird. Dort werden am Straßenrand Beete angelegt, die im Frühjahr 2016 mit Bäumen, Sträuchern und Blumen bepflanzt werden sollen. Gödert hofft, dass diese Optik zusammen mit der Verschmälerung die Autofahrer ausbremst. Er lobt, dass die Anwohner bislang so geduldig waren. Sie hätten gut mitgezogen und ihre Vorgärten zum Teil neu gestaltet. Positiv hebt er hervor, dass Bäckerei und Metzgerei an der Ortsdurchfahrt in einer Privatinitiative acht neue Parkplätze angelegt haben. Gödert: "Zusammen mit der Sparkasse haben wir nun 15 bis 16 Plätze, das dürfte erst mal reichen."Zugeparkte Garagen

Verirrte Lieferanten und Lob für frische Optik
Foto: (h_sab )
Verirrte Lieferanten und Lob für frische Optik
Foto: (h_sab )


Anwohner haben da ihre Zweifel. Natacha Schmitz beklagt, dass die Zahl der Parkplätze durch die Beete insgesamt abgenommen habe. Ein anderer Anwohner meint: "Mit den Parkmöglichkeiten sieht es schwierig aus. Das war so und wird immer so bleiben. Freitags und samstags sind unsere drei Garagen immer zugeparkt." Dennoch bleiben er und seine Frau gelassen. Sie meint: "Lärm und Dreck muss man in Kauf nehmen, aber das war hier nicht so schlimm." Auch Metzger Jörg Thiel bleibt gelassen - trotz Umsatzeinbußen. Er sagt: "Uns fehlt der Durchgangsverkehr, deshalb bin ich den Kunden, die uns die Treue halten, besonders dankbar." Mit der Baufirma sei er gut klargekommen.
Auf einer Länge von 1750 Metern wird die Freudenburger Ortsdurchfahrt (L 133 und L 131) voll ausgebaut. Konkret wird die Fahrbahn von bis zu acht Metern Breite auf fünfeinhalb bis sechs Meter verschmalert und erneuert. Die Gehwege werden ebenfalls neu gestaltet und mit den oben genannten Beeten versehen. Doch im Untergrund passiert noch viel mehr: Die Wasserleitungen samt Hausanschlüssen und Teile der Kanalisation werden im Auftrag der Verbandsgemeindewerke saniert. RWE und Telekom sind ebenfalls mit neuen Leitungen im Boot. Gesamtkosten: 3,6 Millionen Euro.
Die Arbeiten, die im Januar 2014 begonnen haben und abschnittweise ausgeführt werden, sollen bis 2017 andauern. Polier Albert Fox sagt: "Wir wissen nicht, was im Boden ist und müssen viel in Handarbeit machen, weil beispielsweise alte Kabel im Boden unter Spannung stehen." Das mache eine genaue Prognose der Arbeitszeit schwierig.
Ab dem heutigen Dienstag rückt die Baustelle ein Stück weiter Richtung Süden. Nun ist der Abschnitt zwischen der Leukstraße (Richtung Kollesleuken und Luxemburg, von Norden befahrbar) und dem Marktplatz voraussichtlich bis März 2016 gesperrt. Die großräumige Umleitung verläuft wie bisher von Trassem über Oberleuken und Orscholz (siehe Grafik). Der Anliegerverkehr im Ort wird laut Landesbetrieb Mobilität soweit möglich über das Ortsstraßennetz aufrechterhalten. Doch nicht alle halten sich an die Umleitung, andere verirren sich darin.
Clemens Bauer, Inhaber eines Möbelgeschäfts in Freudenburg, sagt: "Ich musste meine Lieferanten schon auswärts abholen gehen oder wurde von Saarländern angerufen, wie sie fahren müssen." Im Zweifelsfall müssen Autofahrer vorab genau checken, ob ihr Ziel in Freudenburg vor oder hinter der Sperrung liegt.