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Verkehrschaos in Nittel: Warum die Parksituation seit Jahren schwierig ist

Verkehrschaos in Nittel: Warum die Parksituation seit Jahren schwierig ist

Seit Jahren ist das wilde Parken im Umfeld der Nitteler Weinstuben und rund um den Kindergarten ein Ärgernis und ein großes Diskussionsthema im Ort. Die Verbandsgemeindeverwaltung und die Gaststuben haben die Situation zwar leicht verbessert, aber die Gesamtsituation ist nach wie vor unbefriedigend.

Nittel. Nittel ist ein wachsender Wein- und Tourismusort. Deshalb sind auch viele Menschen in dem Obermoseldorf unterwegs, etliche von ihnen mit dem Auto. Stellplätze sind jedoch laut Anwohnern nicht immer ausreichend vorhanden. In der Nitteler Weinstraße zum Beispiel ist Wildparken ein Dauerproblem.
Obwohl die Verbandsgemeinde Konz zwischen In der Abswies und Zollstraße auf der rechten Straßenseite ein eingeschränktes Parkverbot ausgewiesen hat, ist speziell an den Wochenenden kaum ein Durchkommen. Insbesondere die Busse der Linie 132 nach Luxemburg und Lastwagen kommen nur schlecht an den parkenden Autos vorbei.
Horst Hautz, ein Anwohner der Nitteler Zollstraße, hat zum Beispiel schon beobachtet, dass Gäste aus den Weinstuben geholt werden mussten, um ihre Fahrzeuge wegzufahren, damit der Luxemburger Bus seine Tour fortsetzen konnte. Und die Nitteler Bürger wundern sich darüber, dass praktisch keine Kontrollen durch Mitarbeiter des VG-Ordnungsamtes stattfinden.
Achim Lutz von der Verbandsgemeinde verweist bei der Frage nach dem Warum auf den Dienstplan und die Absprachen mit den Ortsgemeinden. Die Politessen würden nach Bedarf auch an Wochenenden eingesetzt.
Konkreter wird auch der Nitteler Ortsbürgermeister Peter Hein nicht. Er sagt, dass die Politessen "hin und wieder auch in Nittel tätig" seien.Was tun die Weingüter?

Die Weingüter mit ihren Restaurants und Gartenterrassen, die die zahlreichen Besucher nach Nittel locken, sind sich keiner Schuld bewusst. So hat das Weingut Frieden-Berg erst vor wenigen Monaten vier Parkplätze neu angelegt. Die Sektscheune hat zu den eigenen Parkplätzen weitere angemietet und das Weingut Apel hat sogar eine ganze Wiese als Parkplatz gepachtet.
Ortsbürgermeister Hein wäre froh, wenn die Weingüter noch besser auf ihre Parkplatzangebote hinweisen würden, um den Gästen Orientierungshilfe zu geben. Das Aufstellen von Schildern ist nach Auskunft der VG-Verwaltung aber nur auf dem Privatgelände erlaubt. So dürften "private" Schilder nicht an für offizielle Verkehrsschilder vorgesehenen Pfosten angebracht werden, erläutert Pressesprecher Lutz.
Die Nitteler Bürger vermuten hinter dem Langmut der Verbandsgemeinde mit den Falschparkern, dass man "nicht so genau hinschaut, um die Weinbaubetriebe nicht zu verärgern". In der Tat weist Pressesprecher Lutz darauf hin, dass die erfolgreichen Angebote der Weinstuben zu der angespannten Parkplatzsituation geführt haben. Von "Wegschauen" könne aber keine Rede sein. Lutz appelliert an die Kommunen im Allgemeinen, Parkraum an den Rand- und Außenbereichen anzubieten, wenn es im Ortskern eng wird.
Über die angespannte Parksituation in der Weinstraße hinaus gibt es jeden Morgen auch ein großes Durcheinander rund um den Kindergarten. Durch die neu eingeführte Regelung der "falschen Einbahnstraße" (der TV berichtete) hat sich zwar im Durchgangsverkehr vieles verbessert, aber das Parken insbesondere im Eingangsbereich des Kindergartens ist weiterhin gefährlich für die Kinder, die nicht mit dem Auto gebracht werden. Der Bürgersteig ist durch die Fahrzeuge der Kiga-Mitarbeiter und den "Bring-Eltern" immer so zugeparkt, dass ein Ausweichen auf die Straße unvermeidlich ist. Das ist nicht ungefährlich, da die Straße auch eine wichtige Verbindung ins Oberdorf darstellt und entsprechend frequentiert ist.
Dazu sagt VG-Mitarbeiter Lutz, dass es nicht die "Aufgabe der Verkehrsbehörde sei, die Verkehrserziehung der Eltern zu übernehmen". Im Zuge des Ausbaus der Straße Im Stolzenwingert habe die Ortsgemeinde die Möglichkeit, die Situation durch bauliche Maßnahmen zu verbessern. Ortsbürgermeister Hein kündigt an, dass die Auftragsvergabe für Planungsarbeiten in der nächsten Gemeinderatssitzung erfolgen wird.Meinung

Ohne Rücksicht keine BesserungNittel ist ein enges Dorf mit zum Teil sehr schmalen Straßen. Und die Gemeinde wächst. Deshalb müssen die Autofahrer besonders viel Rücksicht auf Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer nehmen. Das tun sie nicht, wenn sie auf Bürgersteigen parken und Fußgänger dazu zwingen, auf die Fahrbahn auszuweichen. Ähnlich ist es bei Eltern, die ihre Kinder unbedingt mit dem Auto zur Kita bringen müssen. Obwohl es durch etliche Beispiele und Unfallstatistiken belegt ist, dass sie eine der Hauptgefahrenquelle für andere Kinder sind, kommen sie weiter mit ihren Autos zum Kindergarten. Umdenken? Pustekuchen! Da bringt es nichts, nach regulierenden Behörden zu rufen. Jeder Einzelne ist gefragt, sich am Riemen zu reißen und Rücksicht auf andere zu nehmen. c.kremer@volksfreund.de