Verschnaufpause für die Angehörigen

Verschnaufpause für die Angehörigen

Demenzkranke Menschen zu betreuen ist das Anliegen der Alzheimer Gesellschaft der Region Trier. Seit September 2006 bietet der Verein daher ganztägige Betreuungen im Obergeschoss des Bürgerhauses in Paschel an. Den zehnten Geburtstag feierten nun die Besucher der Betreuungsstätte, ihre Angehörigen und Gäste.

Paschel. Ein kleines Jubiläum feiert die Betreuungsgruppe der Alzheimer Gesellschaft in Paschel. "Seit zehn Jahren haben demenzkranke Menschen dreimal in der Woche, montags, mittwochs und freitags, Gelegenheit, mit uns hier den gesamten Tag zu verbringen", erklärt Anne Kammer, Altenpflegerin und Leiterin der Betreuungsgruppe in Paschel.
Großes Unterhaltungsangebot



"Nach dem Frühstück kochen wir gemeinsam, backen zusammen Brot oder Kuchen und gestalten den Tag eigentlich so, wie er bei den Menschen zu Hause abläuft." Anne Kammer (56), stammt aus dem Hochwaldort Mandern und wohnt derzeit in Serrig. Die Altenpflegerin kümmert sich um demenzkranke Menschen. Das Team besteht aus einer Altenpflege-Fachkraft (Anne Kammer), der Arzthelferin Ursula Schneider und weiteren elf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Die Betreuungsgruppe ist Mitglied der Alzheimer Gesellschaft der Region Trier und arbeitet auf der Grundlage neuester Erkenntnisse und aktueller Betreuungskonzepte", erklärt Kammer, auch, um die Seriosität der Institution zu untermauern. "Die Wahl des Objekts in Paschel hat sich im Nachhinein als richtig bestätigt, weil die Räumlichkeiten behindertengerecht auf einer Ebene angelegt sind und mit 120 Quadratmetern unseren Vorstellungen entsprechen. Die Ortsgemeinde hat stets ein offenes Ohr für uns. Es ist mir ein persönliches Anliegen, mich um diese Institution zu kümmern", sagt Ortsbürgermeister Maurice Meysenburg.
"Wenn ich gebraucht werde, helfe ich gerne. Deshalb bin ich auch seit einiger Zeit im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft der Region Trier." Auch Hausarbeiten, soweit es für die Kranken noch möglich ist, werden durchgeführt. "Jeder kann gerne dort mithelfen, wo es ihm Spaß macht", sagt Kemmer. "Die Beschäftigung der Kranken ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit."
Dabei werden zahlreiche Aktivitäten angeboten. "Wir singen gemeinsam, machen diverse Gedächtnistrainings, tanzen, machen Seidenmalerei und töpfern. Spaziergänge stehen ebenso auf der Tagesordnung wie gemeinsame Unterhaltungen. Denn wir möchten mit unserem Tagesprogramm die geistige Aktivität fördern, ebenso die körperliche Motorik." Für Kammer ist die Entlastung der Angehörigen ein wichtiger Aspekt. "Für eine gewisse Zeit entlastet werden und mal Zeit für sich selbst haben und ihren Interessen nachgehen können, das brauchen die Menschen, die sich zu Hause um ihre demenzkranken Angehörigen kümmern."
Wie diese Entlastung aussehen soll, können die Angehörigen selbst entscheiden. "Wir nehmen die Demenzkranken gerne nur für einen Tag, aber auch für zwei oder drei Tage die Woche bei uns auf. Eine kurzfristige Anmeldung reicht. Ich komme bei den Leuten zu Hause vorbei und bespreche alles Notwendige mit ihnen." Natürlich werde ein kostenloser Schnuppertag angeboten, der den Menschen bei der Entscheidung helfen kann. "Wenn dann die Entscheidung fällt, dass der Kranke über einen längeren Zeitpunkt zu uns gebracht wird, dann sorgen wir dafür, dass er immer in seiner Gruppe bleibt und so auch Verbindungen knüpfen und Gewohnheiten beibehalten kann." "Grundsätzlich sollten es jedoch nicht mehr als zehn Personen an einem Tag sein, die von unseren Fachkräften hier in Paschel betreut werden", betont Kammer. Denn wir möchten uns ja intensiv um die Menschen kümmern. Außerdem bieten wir Fortbildungskurse für Menschen an, die demenzkranke Menschen pflegen.
Kontakt: Anne Kammer: 06587/92690 oder Alzheimer Gesellschaft Region Trier e.V., Telefon 06581/9985882 (Bürozeiten dienstags 16 bis 18 Uhr).

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