Vertagt: Trassemer Rat lehnt es ab, Antrag zu Ortsdurchfahrt zu behandeln.

Kommunalpolitik : Trassemer Rat vertagt wichtigstes Thema (Update)

Das Trassemer Gremium hat es abgelehnt, den Antrag zur Ortsdurchfahrt am Donnerstag zu behandeln. Laut Ortschef kann der Rat über Lösungsvorschläge zu Problemen durch den Ausbau nicht alleine entscheiden. Er brauche Hilfe.

Das betrübliche Fazit einer Neu-Trassemerin nach der Ortsgemeinderatssitzung am Donnerstag lautet: „Es ist traurig und peinlich, wenn man sieht, was hier passiert. Da ist ja nur Streiterei.“

Acht Tagesordnungspunkte hat das Gremium zuvor bearbeitet. Bei fast allen gab es Querelen. Am meisten bei dem Punkt, der gar nicht auf der Tagesordnung stand, aber sicherlich die meisten der rund 40 Zuhörer angelockt hatte: der Ortsdurchfahrt. Der Verein Bürger für Trassem hatte nach einer von ihm organisierten Versammlung, zu der ein Teil der rund 1200 Bürger eingeladen war, zehn Forderungen aufgelistet (siehe Hintergrund). Sie sollen Abhilfe schaffen bei den Problemen der Anwohner, die beim Ausbau der Trasse aufgetreten sind.

Ortsbürgermeister Roland Konter (CDU) nahm zu Beginn dazu Stellung: „Knappe drei Tage waren etwas zu kurz für mich und die anderen Ratsmitglieder, um uns darauf vorzubereiten.“ Zudem würden die Fachbehörden wie Landesbetrieb Mobilität, Polizei, die Untere Naturschutzbehörde sowie die Baufirmen benötigt, um Dinge zu beschließen. Die Ortsgemeinde könne beispielsweise nicht allein entscheiden, ob Waldwege genutzt werden könnten. Der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Martin Alten, ergänzte, dass laut Gemeindeordnung Anträge zu Sitzungen vier Kalendertage vorher eingehen müssten. Ortschef Konter versprach mit Rückendeckung seiner Fraktion: „Ich setze alles daran, dass die Fachbehörden so schnell wie möglich hierherkommen.“ Dann solle es eine Versammlung mit allen Einwohnern geben. Das helfe, Druck zu erzeugen. Anschließend entscheide der Rat.

Die Vertreter des Vereins Bürger für Trassem reagierten verärgert und enttäuscht. Der Ortsbürgermeister stehe nicht zu seinem Wort. Er habe zugesagt, das Thema Ortsdurchfahrt in der Ratssitzung zu behandeln. „Das ist beschämend“, hieß es. Einige Zuschauer klatschten daraufhin. Raimund Boqouoi (Bürger für Trassem) kritisierte, dass der Ortsbürgermeister ohne den Rat über die Zusammenlegung der aktuellen Abschnitte entschieden habe und dass Bürger zu kurzfristig über Änderungen informiert worden seien. Boquoi: „Deshalb sind wir tätig geworden.“

Schild wegen Sperrung der Ortsdurchfahrt. Foto: TV/Marion Maier

Fraktionsvorsitzender Bernd Koewenig sagte: „Ich finde es enttäuschend, dass politische Spielchen auf dem Rücken der Anlieger ausgetragen werden.“ Das Thema werde aus fadenscheinigen Gründen verschoben. Bei anderen Themen sei es möglich, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Doch hier sei der Rat nicht in der Lage, zehn Punkte auf den Weg zu bringen. Auch er bekam Applaus. Die CDU-Mehrheit beschloss schließlich gegen die Stimmen der Opposition, deren Antrag nicht auf die Tagesordnung zu nehmen. Ein Großteil der Zuhörer verließ bald danach die Sitzung. Sie verpassten, was Konter unter dem Punkt Informationen zu Trassems Trasse sagte. Demnach wird der nächste Abschnitt bis zum Pfarrhaus am Donnerstag und die Schulstraße in etwa drei Wochen wieder geöffnet. Die Besucher, die bis zum Ende der öffentlichen Sitzung ausgeharrt hatten, empfing draußen ein wohliger Gegensatz zu drinnen: friedliche Ruhe und ein idyllischer Blick auf den beleuchteten Ort, umgeben von dunklem Wald. Dort äußerten einige der Zuhörer Verständnis für die Position des Ortschefs.