Vertrauen ist erschüttert

Zugegeben: Der zweistündige, auf Reinsfeld begrenzte Stromausfall hat kein Chaos angerichtet und nur verhältnismäßig wenigen Menschen Unannehmlichkeiten bereitet. Er ist aber ein zusätzliches Glied in einer langen Pannenkette, die das Vertrauen in die RWE stark erschüttern muss.

Denn noch zu gut ist auch bei den Verbrauchern im Hochwald der stundenlange Mega-Blackout in der Region Trier im September 2004 in Erinnerung, für den die RWE übrigens noch immer eine Erklärung schuldig ist. Schwer gelitten hat das Image der RWE aber auch im letzten Winter, als starker Schnee marode Strommasten fällte und die Menschen im Münsterland tagelang im Dunkeln saßen. Wenn ein Konzern einen Jahresgewinn von über zwei Milliarden Euro einstreicht, wie es 2005 der Fall war, dann muss er dieses Geld auch wirksam dafür einsetzen, dass solche Total-Zusammenbrüche nicht mehr vorkommen können und die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland garantiert ist. Das Beispiel Reinsfeld zeigt jedoch, dass der Essener Energieriese diese berechtigte Erwartungshaltung nicht erfüllen kann. Umso ärgerlich muss es da für die Verbraucher sein, dass ihnen trotz all dieser offenkundigen Defizite mit immer neuen Strompreiserhöhungen immer tiefer in die Tasche gegriffen wird. a.munsteiner@volksfreund.de