VG Saarburg-Kell: Feuerwehr bildet Maschinisten für Drehleiter aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Feuerwehr : Gut geschult für Einsatz in luftigen Höhen

Ob zum Löschen oder zum Menschen Retten: Drehleitern sind wichtig bei Feuerwehreinsätzen. In der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell hat die Wehr erstmals selbst Maschinisten dafür ausgebildet. Der TV hat sich angesehen, wie kompliziert das Ganze ist.

Ohne Drehleitern wäre vom Saarburger Verwaltungsgebäude auf dem Schlossberg beim großen Brand im August 2018 vermutlich nicht viel übrig geblieben. Gleich fünf dieser Rettungsfahrzeuge waren damals im Einsatz, eine ungewöhnliche hohe Zahl. Denn es gibt in der Umgebung von Saarburg jeweils nur eine Drehleiter pro Verbandsgemeinde. Erstaunlich auch, dass die fünf Fahrzeuge mit der ausfahrbaren Leiter in der engen Altstadt überhaupt Platz gefunden haben.

Stephan Klang vom Löschzug Saarburg-Mitte erklärt: „Zu der Fahrzeugbreite von 2,50 Metern kommen die 1,50 Meter langen Stützen auf beiden Seiten.“ Sie geben dem Fahrzeug einen stabilen Stand und verhindern das Umkippen. Zudem muss der Korb am Ende der Leiter zu Boden gefahren werden können. Der Platzbedarf ist ein Punkt von vielen, mit dem sich ein Maschinist  – so wird derjenige genannt, der das Fahrzeug und auch die Leiter steuert – auskennen muss. Maschinisten lernen, was das Fahrzeug alles kann – und das ist eine Menge, allein fünf Computer befinden sich laut Klang an der Leiter. Maschinisten lernen auch, welche Zuladung erlaubt ist, wie der Untergrund aussehen muss, auf dem das Vehikel abgestellt werden kann, wie Menschen damit gerettet werden, wie die rechtlichen Bestimmungen aussehen und vieles mehr.

Früher hat die Landesfeuerwehrschule diese vielfältige Ausbildung angeboten. Auch Herstellerfirmen bilden Maschinisten aus. Doch stellt Thorsten Petry, stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell fest: „Da ist für uns nicht kontrollierbar, was hängen bleibt.“ Deshalb hat die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell nun erstmals selbst Maschinisten ausgebildet. 2020 soll bei den frisch ausgebildeten Maschinisten das Wissen vertieft, zudem soll ein weiterer Lehrgang angeboten werden. Die sieben Teilnehmer wurden danach ausgesucht, ob sie auch tagsüber einsetzbar sind. Sie alle haben die Prüfung bestanden, so dass nun diese Kräfte vom Löschzug Saarburg-Mitte, sowie den Wehren Beurig und Kahren zu den fünf bisherigen Maschinisten des Löschzugs Mitte dazukommen. Wie von der Unfallkasse empfohlen, umfasst die Ausbildung 35 Stunden Theorie und Praxis. Es gehören eine praktische und eine theoretische Prüfung dazu sowie Abschlussübungen. Petry, der Mitglied der Berufsfeuerwehr Trier ist, hat den Lehrgang zusammen mit Wehrleiter Bernhard Hein geleitet. Er selbst war als Ausbilder im Einsatz genauso wie Stephan Klang.

Seit 2014 besitzt die Saarburger Feuerwehr die halbe Million Euro teure Drehleiter des in Deutschland am weitesten verbreiteten Typs DLA(K) 23/12. Auf 30 Meter Länge kann der Leiterpark des Fahrzeugs ausgefahren werden. Die sogenannte Nennrettungshöhe nach Norm, also die Rettungshöhe bei zwölf Meter Abstand zum Gebäude, beträgt 23 Meter. Das K steht für einen Korb am Ende der Leiter. 60 mal pro Jahr, so schätzt Thorsten Petry, ist die Drehleiter in der VG Saarburg-Kell im Einsatz. Sie wird verwendet, um Brände zu löschen, Menschen zu retten und Kranke (bis 170 Kilogramm, adipöse bis 250 Kilogramm) mit Hilfe einer am Korb befestigen Trage zu befördern. Die Leiter wird auch eingesetzt zum Belüften, zum Beleuchten, als Unterstützung bei der Höhenrettung oder bei Kaminbränden.

Laut Wehrführer Ralf Maxheim bildet auch die Feuerwehr in Konz selbst Maschinisten aus. In Hermeskeil haben laut Wehrleiter Daniel Bredel zwölf Wehrleute aus der VG eine Maschinisten-Ausbildung beim Hersteller absolviert. Dort hofft man auf einen gemeinsamen Lehrgang im Landkreis, der im Gespräch sei.

So sehen Leiter und Fahrzeug von oben aus dem Korb aus. Foto: TV/Marion Maier
Der Maschinist (rechts) steuert die Drehleiter von unten. Auch der Feuerwehrmann im Korb, an dem in diesem Fall eine Krankentrage angebracht ist, kann die Leiter steuern. Die beiden können sich per Funk miteinander verständigen. Foto: TV/Marion Maier
Die neu ausgebildeten Maschinisten und einer der Ausbilder (von links im Uhrzeigersinn): Stephan Klang, Denis Dubiel, Boris Kedziro, Christoph Reiland, Udo Leuk und Michael Weber. Foto: TV/Marion Maier

Weitere Bilder: www.volksfreund.de/fotos

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