Viel Glas statt Beton
An Baustellen sind die Saarburger in ihrer Stadt seit einiger Zeit gewöhnt. Auch die am Kreiskrankenhaus an der Graf-Siegfried-Straße ist nicht neu. Allerdings wird dort seit kurzem an einer zentralen Stelle gebuddelt: Der gesamte Eingangsbereich ist aufgebrochen und wird umgestaltet.
Saarburg. Das Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg ist in die Jahre gekommen: Im Juli 2004 feierten Belegschaft und interessierte Bürger bei einem "Tag der offenen Tür" den 100. Geburtstag der Einrichtung an der Graf-Siegfried-Straße. Ein Jahr später, im November 2005, begannen die lange geplanten Umbau-Arbeiten an dem Gebäude. Mit einer neuen Zufahrt, über die im rückwärtigen Bereich des Hauses eine neue Notaufnahme direkt anfahrbar ist, ging das Bauvorhaben los. Inzwischen ist hier ein Ergebnis zu sehen. "Bis auf die letzten paar Meter vor der Einfahrt zur Notaufnahme ist die Straße fertig", erläutert Otmar Clemens, technischer Leiter des Kreiskrankenhauses. "In etwa drei bis vier Wochen werden die Arbeiten abgeschlossen sein." Parallel dazu wird an der Notaufnahme und der chirurgischen Ambulanz gearbeitet. "Unsere Notfallpatienten kommen künftig über die neue Zufahrt hinterm Haus direkt auf der Etage aller Funktionsabteilungen an. In direkter Nachbarschaft sind alle notwendigen Apparaturen wie EKG, CT oder Lungenfunktionsgerät", sagt Chefarzt Dr. Stefan Burg. Sichtbar für die Saarburger ist der Umbau, der gerade vor dem Haupteingang passiert. Vor einigen Tagen krallte sich dort die erste Baggerschaufel im Erdreich fest. Clemens: "Vor dem Haus ist der Beton ab- und der Pflasterbereich aufgebrochen worden, damit die Fundamente und die Sohle für den Anbau gelegt werden können. In zirka drei bis vier Wochen werden wir dann soweit sein, dass man die Fassade hochziehen kann. Bis Ende Mai sollte der Rohbau stehen."Ambiente wie im Wintergarten
Einen - im doppelten Sinne - ganz neuen Empfang wollen die Verantwortlichen des Hauses ihren Patienten bieten. "Es soll hell und freundlich sein, wenn die Patienten unser Haus betreten. Licht und Luft wird reinkommen und eine Art Wintergarten-Atmosphäre in der neu gestalteten Cafeteria dafür sorgen, dass sich Patienten mit ihren Angehörigen in angenehmem Ambiente zu Gesprächen zurückziehen können", schildert Burg. Die Hemmschwelle senken
Wo bislang viel dunkles Holz, brauner Wandteppich und dunkelgrüne Wandfarbe dominierten, ist nach den Plänen des Trierer Architekturbüros Archimedus deutlich mehr Licht vorgesehen: Als großer Glas-Kubus, in dem im vorderen Bereich eine moderne Cafeteria eingerichtet wird, ist das Entree konzipiert. Fliesen, teilweise Naturstein, werden nach Auskunft Clemens' verarbeitet. Neben der Cafeteria werden in diesem Bereich auch die Pforte, die gesamte Buchhaltung und die administrative Patientenaufnahme untergebracht. Über eine Freitreppe geht es künftig ins Funktionsgeschoss. Die Büros werden hinter der Cafeteria angeordnet, der Bereich der physikalischen Therapie zieht über die Cafeteria.Von dem Umbau, der nach Einschätzung der Krankenhaus-Verantwortlichen dringend notwendig ist, verspricht sich Stefan Burg auch eines: "Die Schwelle, ein Krankenhaus zu betreten, wollen wir durch das neue, freundliche Image senken." Mit insgesamt elf Millionen Euro sind die gesamten Umbauten - darunter auch die noch ausstehende Erweiterung des OP-Bereichs, der Intensivstation und der Zentralsterilisation - veranschlagt. 1,8 Millionen Euro kostet der Umbau des Eingangsbereichs. Dabei stellt Pflegedirektor Harald Lehnertz klar: "Alle Kosten sind förderfähig durch das Land. Nur für den Eingangsbereich muss das Haus selbst aufkommen. Das stemmen wir durch Rücklagen und Kreditaufnahme." Ein Jahr ist für den Umbau des Eingangsbereichs angesetzt. Frühestens Ende 2011 werden nach Einschätzung der Verantwortlichen alle übrigen Erweiterungen und Umbauten abgeschlossen sein.