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Viel Lob und Wertschätzung fürs Ehrenamt: Schillingen feiert Neujahrsempfang mit 100 Gästen

Viel Lob und Wertschätzung fürs Ehrenamt: Schillingen feiert Neujahrsempfang mit 100 Gästen

Die Belebung des Ortskerns, Gemeindefinanzen, die Ansiedlung zweier Ärzte - um all diese Themen ging es beim Neujahrsempfang der Ortsgemeinde Schillingen. Im Mittelpunkt der Feier im Pfarrheim stand jedoch der ehrenamtliche Einsatz der Schillinger. Einer von ihnen wurde dafür besonders ausgezeichnet.

Norbert Grundhöfer war sichtlich bewegt. Am Sonntag wurde der langjährige Vorsitzende des Sportvereins TuS Schillingen von der Ortsgemeinde für seine Verdienste ausgezeichnet. Die Ehrung durch Ortsbürgermeister Markus Franzen war der überraschende Höhepunkt des Neujahrsempfangs im Pfarrheim, zu dem etwa 100 Gäste aus Vereinen, Feuerwehr, Kirche und Politik eingeladen waren.
Franzen lobte den 62-Jährigen, der 2015 sein Amt nach mehr als 25 Jahren an der Vereinspitze niedergelegt hatte, als bescheidenen, aber engagierten Macher. Er sei "immer vorangegangen", wenn es Probleme zu lösen gab. Eine besondere Leistung sei der Bau des Rasensportplatzes und die Erweiterung der Sportanlage gewesen. "Du wirst jetzt sagen, dass du das nicht allein warst", sagte Franzen. "Aber um diese Anlage beneiden uns viele - und das ist vor allem dein Verdienst."

Die Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements zog sich wie ein roter Faden durch das Programm, das von dem Duo Moonglow musikalisch begleitet wurde. Der Ortschef dankte den Mitgliedern der Vereine, die er als "unsere Leistungsträger" bezeichnete. Ein großes Thema war auch der Umgang mit Flüchtlingen, die in Deutschland eine neue Heimat suchen. Im Schillinger Pfarrheim feierte die syrische Familie Albarazi-Hamwi mit, die seit Ende Oktober im Ort lebt. Großmutter, Mutter, zwei Söhne und ein Cousin, der derzeit zu Besuch ist, waren gekommen.

Viel Applaus, auch für seine lockeren Sprüche, erhielt Pastor Kai-Georg Quirin. Der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Schillingen erinnerte daran, wie er 2012 als "Jung von der Saar" in den Hochwald gekommen war und dort habe feststellen müssen: "Die Leute sind anders." Dennoch habe er sich schnell eingelebt. Schillingen sei nun sein Zuhause, seine Heimat jedoch bleibe die Saar. Ähnliches müsse für die Asylsuchenden gelten: "Sie sollen hier ein neues Zuhause finden und trotzdem ihre Heimat, das Land, das sie geprägt hat, behalten dürfen."Ortskern weiter beleben


Ortschef Markus Franzen erinnerte an Errungenschaften aus 2015, die es nun zu bewahren und auszubauen gelte. Mit der Ansiedlung zweier Arztpraxen habe sich ein "lang gehegter Wunsch erfüllt". Der Praxisneubau in der Schulstraße könne "in den nächsten Tagen beginnen", wenn dies Witterung und Baufirmen zuließen.

Mit der zweiten Praxis im ehemaligen Bauernhaus habe zudem ein leer stehendes Objekt im Ortskern eine neue Bestimmung erhalten. Den Ortskern neu zu gestalten und zu beleben, sagte Franzen, bleibe auch 2016 eine zentrale Aufgabe. Er dankte besonders für den Einsatz einiger Neubürger, die ältere Häuser "mit viel Liebe wieder herrichten".
Optimistisch zeigte sich der Ortschef auch mit Blick auf Schillingens Finanzen. Zwar stünden Schulden in Höhe von insgesamt rund 900 000 Euro zu Buche, aber man sei "in der Lage" diese zu tilgen. Grundstücksverkäufe brächten zu diesem Zweck allein 150 000 Euro ein. Und dank "außerordentlich hoher" Gewerbesteuereinnahmen werde Schillingen 2016 einen Haushalt vorlegen, "für den uns viele beneiden werden".