Viel Neues beim Neujahrsempfang

HERMESKEIL. Neuer Partner beim sechsten Mal: Gemeinsam mit der Stadtkapelle als Nachfolgerin der Bundeswehr begrüßte die Stadt Hermeskeil am Freitagabend rund 200 geladene Gäste beim Neujahrsempfang in der Hochwaldhalle.

Es muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, wenn im übertragenen Sinne gilt: "Man muss mit den Mädchen tanzen, die auf der Kirmes sind." Was dieses Sprichwort mit dem Neujahrsempfang in Hermeskeil zu tun hat? "Who is who" der Stadt

Nun, im Vergleich zu den fünf Vorgängern hat sich 2007 sehr viel verändert bei der Veranstaltung, die zu den bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignissen in der Hochwaldstadt zählt. Sicher, noch immer erfüllt der Neujahrsempfang in erster Linie den Zweck, dass sich das "Who is who" aus der Stadt und den umliegenden Orten an den Stehtischen zum angeregten Gedankenaustausch und lockeren Gesprächen trifft. Auch die versammelte Polit-Prominenz, die sich zum Teil aus Berlin (Karl Diller, SPD) und Mainz (Bernd Henter, CDU) auf den Weg gemacht hat, fehlt am Freitagabend nicht. Aber: Anders als früher sind nicht mehr Männer in Ausgeh-Uniform entscheidender Bestandteil der Szenerie. Nach der Schließung der Kaserne und dem Abzug der Soldaten musste die Stadt zwangsläufig nach einem neuen Partner für die Organisation des Neujahrsempfangs suchen - und sie fand ihn mit der Hermeskeiler Stadtkapelle. "Wir hoffen, dass wir nicht lediglich als Ersatz der Bundeswehr betrachtet werden, sondern als eine Alternative mit einem interessanten Angebot", sagt deren Vorsitzender Bernd Mühlhaus vor den rund 200 geladenen Gästen, die zunächst - ein Novum beim Neujahrsempfang - auf den in der Hochwaldhalle aufgestellten Stühlen Platz genommen haben. Denn: Mit dem neuen Partner ist auch ein neues konzeptionelles Element hinzugekommen. Hatten früher die diversen Orchester vornehmlich die Aufgabe, für einen dezenten Rahmen zu sorgen, so prägen nunmehr die musikalischen Darbietungen als zweites Standbein neben den Reden und Gesprächsrunden den Neujahrsempfang 2007. Unter der Leitung von Gerhard Piroth hat sich die Stadtkapelle vor den Zuhörern formiert und zeigt zirka eine Stunde lang, was sie kann. Durch das moderne, anspruchsvolle und swinglastige Programm führt Stefan Eiden das Publikum. Eingebettet in diesen offiziellen Teil ist auch der Auftritt von Stadtbürgermeisterin Ilona König, die die für Neujahrsempfänge übliche Gelegenheit zum Rückblick und Ausblick nutzt. Dass 2006 die Hela-Baulücke mit einem neuen Einkaufszentrum geschlossen werden konnte, bezeichnet sie als Erfolg, "der uns dadurch gelungen ist, dass wir Beständigkeit im Erreichen des Ziels bewiesen haben". Diesen Weg der Beständigkeit wolle sie weiter beschreiten, sagt die CDU-Politikerin, die auch 2007 an eine Fortsetzung "des positiven Trends zur Weiterentwicklung unserer Stadt" glaubt. Das Ende des Bundeswehrstandorts Hermeskeil streift sie daher nur am Rande und nennt es ein "politisches Missgeschick".Entscheidung in der Konversionsfrage

Viel wichtiger ist für König, dass 2007 in der Konversionsfrage wegweisende Entscheidungen getroffen werden. "Das ist unsere vorrangige Aufgabe im neuen Jahr", betont die Stadtchefin, die Hermeskeil "keinesfalls geringe Chancen einräumt, im so genannten sanften Tourismus etwas zu bewegen". Auch Mühlhaus greift zum Mikrofon, verzichtet aber auf staatstragende Worte. Er bietet vielmehr mit einem launischen Vortrag und der Devise "Gute Unterhaltung schont das Bett" eine gelungene Überleitung zum inoffiziellen, gemütlichen Teil des Abends. Was ohnehin bei der sechsten Auflage des Neujahrsempfangs auffällt: Im Vergleich zu früher ist die Etikette nicht ganz so wichtig und die Atmosphäre ungezwungener. Das wird von vielen Gästen durchaus positiv bewertet, und so könnte das Fazit der Veranstaltung im Jahr eins nach der Bundeswehr und mit der Stadtkapelle als neuem Partner lauten: "Premiere gelungen, Fortsetzung erwünscht."

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