Viel Platz für zu wenige

KONZ. Seit Ende 2003 fährt täglich eine Buslinie über Konz nach Luxemburg. Wegen fehlender Fahrgäste wurde das Angebot gekürzt. Da es keine Förderung gibt, wird die Verbindung wahrscheinlich eingestellt.

"Da kann der Sprit auch drei Euro kosten: das Auto bleibt der Deutschen liebstes Kind", sagt Ralf Müller. Mit Menschen, die ihr Auto lieben, kennt Müller sich aus, obwohl er in einer Branche arbeitet, die von diesen Personen systematisch gemieden wird. Ralf Müller ist Junior-Chef des Busunternehmens Müller-Kylltal-Reisen, das seit November 2003 die "Kylltal-DeLux-Linie 224" anbietet. Pendler, die morgens in Krettnach oder Konz in den Bus steigen, sind dank dieser Linie knapp eine dreiviertel, beziehungsweise Stunde später in Luxemburg. Abends geht es so wieder zurück. So war es gedacht und so ist es auch, allerdings bestimmt dieser Vorgang bei weitaus weniger Menschen den beruflichen Alltag als Müller bei Einführung der Linie gedacht hatte. "Wir hatten auf volle Busse gehofft", sagt der Busunternehmer, doch mit rund 20 Personen pro Fahrt seien die Müller-Kylltaler davon weit entfernt.Viele Pendler an Verbindung interessiert

"Ich fahre jetzt ab Trier mit dem Bus", sagt Patrik Koltes aus Konz, der seit 1998 in Luxemburg arbeitet. Koltes gehört zu den Pendlern, die sich für eine Busverbindung von Konz nach Luxemburg stark gemacht haben. 130 Unterschriften seien gesammelt worden, von Menschen, die täglich nach Luxemburg fahren und deren liebstes Kind auch gerne ein Bus sein darf. Als dann die Busverbindung kam, gab es eine spürbare Kluft zwischen Befürwortern und tatsächlichen Nutzern. "Die meisten waren schon interessiert an der Linie", sagt Koltes, doch oft habe es sich nicht mit den Arbeitszeiten verbinden lassen. Zweimal morgens und zweimal abends (freitags dreimal) fuhren anfangs die DeLux-Busse zwischen Krettnach und Luxemburg. Mittlerweile wurde das Angebot gekürzt, so dass es jetzt nur noch einmal täglich in Richtung Luxemburg und wieder zurück geht. Dadurch sind von den wenigen, die die Linie bisher nutzten, weitere - auch Patrik Koltes - abgesprungen, während für die anderen der Preis von ursprünglich 60 auf 70 Euro pro Monatskarte stieg.Zuschuss für Konzer Linie unwahrscheinlich

"Das Problem ist, dass wir eigenwirtschaftlich unterwegs sind", sagt Müller, Fördermittel gebe es nicht. Luxemburgische Busunternehmen hingegen, wie beispielsweise die Firma Weber, die mehrfach täglich die Linie 118 Trier-Luxemburg fährt, würden von Luxemburg bezuschusst, wodurch eine "komplette Wettbewerbsverzerrung" entstehe. Für Entzerrung soll jetzt die Zusammenarbeit mit einem luxemburgischen Unternehmen sorgen, die staatliche Zuschüsse ermöglichen würde. Die Behörden im Großherzogtum hätten bereits Unterstützung signalisiert, sagt der Busunternehmer, allerdings nicht für die Konzer Linie, sondern für die Verbindung von Longuich nach Luxemburg. Für die DeLux-Linie 224 bedeutet das mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Ende, auch wenn Patrik Koltes nach wie vor Potential in dieser Linie sieht. Er könne das Busunternehmen verstehen, sagt Koltes, vermisst aber Flexibilität. Auch die Linie 118 habe sich erst nach und nach entwickelt und werde mittlerweile sehr gut angenommen.