Viele Besucher trotz Kritik

Noch geht die Kombination von fliegenden Händlern mit einem verkaufsoffenen Sonntag in Hermeskeil auf. Der Martinusmarkt stößt aber immer mehr auf Kritik der Besucher, weil es kein Begleitprogramm gibt. Der Hochwald-Gewerbeverband will das Konzept überarbeiten, um die Attraktivität zu erhöhen.

Hermeskeil. "Oma, ist das alles?", fragt der kleine Finn (6) als er sich den Hermeskeiler Martinusmarkt ansieht. "Dieser Markt hat nichts Verlockendes. Du kriegst ja nicht einmal eine Wurst zu essen", lautet das vernichtende Urteil von Oma Brunni. Die 54-jährige Besucherin vermisst den "Pep".
Ob\'s am schönen Wetter lag oder an der Neugier der Besucher, immerhin kamen am Sonntag rund 3000 Menschen, die sehen wollten, was Hermeskeil zu bieten hat. "Es ist die Kombination aus verkaufsoffenem Sonntag mit den fliegenden Händlern, die immer noch zieht", weiß die Sprecherin des Hochwald-Gewerbeverbandes, Stefanie Schömer. Sie vermisst den Lions-Club, der im letzten Jahr noch mitmachte und eine musikalische Eröffnung mit Jagdhornbläsern und Stadtkapelle. "Das Rahmenprogramm gibt es eher beim Blumenmarkt oder dem Bauernmarkt", erinnert Schömer.
"So richtig schön ist eigentlich nur der Weihnachtsmarkt im Stadtpark", stellt Besucher Torsten Schmittberger aus Hermeskeil fest. Darauf freue er sich schon richtig.
"Wir sind ja schon froh, dass es nicht regnet", äußert sich Christian Kruchten, einer der drei frisch gewählten Verbandsvorstände etwas bescheiden. Für den Vorsitzenden der Marktkaufleute Südwest, Erhard Theobald, hat die Vielfalt ebenfalls etwas gelitten: "Diesmal fehlen etwa Gewürze, Kurzwaren und Lederwaren." Dafür sind beispielsweise bunte Stoffpuppen und feine Tischwäsche Waren, die es nicht an jeder Ecke gibt, und auch gleichzeitig die wenigen bunten Punkte auf dem Markt, der mit den vielen laufenden Metern dunkler Bekleidung etwas düster wirkt.
Dennoch ist Theobald überzeugt: "In der Kombination von Markt und verkaufsoffenen Sonntag nützt das der gesamten Stadt." HGV-Sprecherin Schömer fällt auf: "Viele Leute kommen doch mit Einkaufstüten aus unseren Läden."
"Es kommt auf die Qualität an", ist das Urteil von Schuhfachhändler Dieter Nels. Wenn Leute in der Stadt seien, kommen sie auch in die Läden. Gleichwohl sieht auch er Verbesserungsbedarf beim Martinusmarkt: "Der neue HGV-Vorstand muss über das Konzept nachdenken." Der Markt müsse entweder wieder zum Erlebnis werden oder ganz weg.