Saarburg : Literaturwettbewerb in Saarburg: Viele Geschichten, eine Siegerin

Eine wirklich kurze Kurzgeschichte gewinnt den ersten Preis beim Wettbewerb des Rotary-Clubs.

Der Service-Club Rotary ist ein weltweit operierendes Netzwerk, der sich „selbstloses Dienen“ auf seine Fahnen geschrieben hat. Dazu gehören nicht nur Charity-Aktionen für einen guten Zweck wie der Glühweinverkauf auf dem Saarburger Weihnachtsmarkt, sondern auch die Kultur-Förderung. Für den Saarburger Club gehört seit mittlerweile 14 Jahren ein Kurzgeschichten-Wettbewerb für Schüler der Jahrgangstufen 10 und 11 dazu. In Zusammenarbeit mit den Gymnasien in Konz und Saarburg werden dabei – ohne thematische Vorgabe – die drei jeweils besten Geschichten eines Jahres gekürt.

Die Jury besteht aus drei Rotariern (Martin Spukti, Herbert Eversheim und Rainer Schons) sowie den Deutsch-Lehrerinnen Cornelia Läßle vom Gymnasium Saarburg und Kerstin Ost vom Gymnasium Konz. „Es ist immer wieder erstaunlich, was sich die jungen Leute einfallen lassen und wie gekonnt sie schreiben“, sagt Rotary-Präsident Schons. Die drei Siegerinnen des Jahres 2018 decken ein breites Gefühls-Spektrum ab; Traurigkeit, zwischenmenschliches Glück und gruselige Komik prägen die Geschichten in der Auseinandersetzung mit sich selbst. Die Jury ist froh über diese Vielfalt, hatte man doch in einigen der Vorjahre viel Weltschmerz zu lesen bekommen.

Zur Preisverleihung im Wirtshaus der Villa Keller in Saarburg sind die drei Gewinnerinnen, ihre Familien sowie die Schuldirektoren und Lehrer eingeladen. Auch der journalistische Nachwuchs von den Schülerzeitungen ist anwesend. Noch ist nicht klar, in welcher Reihenfolge die drei Kurzgeschichten prämiert werden, für den ersten Platz sind 250 Euro ausgelobt, die Platzierten bekommen immerhin 150 und 100 Euro.

Rainer Schons macht es spannend und ruft zunächst die Drittplatzierte auf: Lena Fürst aus Serrig liest ihr Werk „Achtzehn Uhr fünfzehn“ über zwei verzweifelte Jugendliche, deren Geschichte sich durch ihr zufälliges Zusammentreffen zum Positiven verändert, zurückgenommen, aber mit der gebotenen Eindringlichkeit vor. Dann, auf dem zweiten Platz, Johanna Lehnert aus Saarburg mit „Das Vampiesel und die WC-Ente“. Ein humorvoller und lebhafter Vortrag über ein Monster, das sich – man höre und staune – von menschlichem Urin ernährt und schließlich durch einen WC-Stein erledigt wird. Zum Abschluss die Gewinnerin: Avelina Heilmeier aus Ayl überzeugt mit der kürzesten aller eingereichten 33 Storys. In „Blinde Welt“ geht es um die Liebe und die Tatsache, dass man das Gute oft nicht erkennt, obwohl es direkt vor einem ist.

Sehr gefühlvoll und doch fast lakonisch der Vortrag der Siegerin. „Ich habe mich hingesetzt, eine ungefähre Idee gehabt und es dann einfach runtergeschrieben, ohne vorher zu wissen, wie es endet“, sagt die 17-jährige Schülerin des Saarburger Gymnasiums. Dabei ist besonders der Schluss frappierend, das Tüpfelchen auf dem i ...