"Viele hervorragende Ergebnisse"
Es dauerte zwölf Jahre, kostete 6,8 Millionen Euro und gab dem Flusstal wieder sein natürliches Gesicht zurück. Doch durch das "Gewässerprojekt" ist die Ruwer nicht nur sauberer und schöner geworden. Das Modellvorhaben hat in der Verbandsgemeinde Kell am See dem Fremdenverkehr, der Land- und Forstwirtschaft oder der Abwasserbeseitigung Impulse gegeben.
Das „Gewässerprojekt Ruwer“ hat den kleinen Fluss — wie hier zwischen Hentern und Zerf — nicht nur sauberer gemacht. Mit dem Modellvorhaben verbinden sich in der Verbandsgemeinde Kell am See auch positive Auswirkungen auf Fremdenverkehr, Forst- und Landwirtschaft und Abwasserbeseitigung. TV-Foto: Axel Munsteiner
Kell am See. Als der Abschluss des "Gewässerprojekts Ruwer" gefeiert wurde, waren sich alle einig. Mit dem 6,8 Millionen Euro teuren Vorhaben der Jahre 1993 bis 2004 habe man eine "Erfolgsgeschichte" geschrieben, so die Auffassung der Verantwortlichen von Bund, Land, Kreis Trier-Saarburg, der Stadt Trier und den Verbandsgemeinden (VG) Kell am See und Ruwer. Der Fluss hat durch die Renaturierung viel von seiner einst verloren gegangenen Ursprünglichkeit zurückgewonnen. Zudem hat sich die Wasserqualität der Ruwer deutlich verbessert. Die VG Kell am See beschäftigt das Gewässerprojekt, zu dessen Kosten sie rund 140 000 Euro als Eigenanteil beisteuerte, auch aktuell. "Das Landesamt für Umweltschutz hat uns um eine Zusammenstellung gebeten, welche Auswirkungen das Projekt neben dem ökologischen Aspekt auf andere Bereiche unserer Entwicklung hatte", sagt Bürgermeister Werner Angsten (CDU). Die daraufhin von der Verwaltung ausgearbeitete Auflistung zeigt: "Wir profitieren von den Leistungen des Gewässerprojekts", betont der Rathaus-Chef. Das gilt besonders für den Fremdenverkehr. Ob Ruwer-Hochwald-Radweg oder der kurz vor der Eröffung stehende Premium-Wanderweg "Saar-Hunsrück-Steig": Beide Trassen verlaufen in unmittelbarer Nähe der Ruwer, sodass sich zahlreiche Berührungspunkte bieten. "Davon, dass wir das System wieder in Ordnung gebracht haben, profitieren Wanderer und Radfahrer gleichermaßen", sagt Angsten. Denn ihnen bleibt es erspart, einen einst teilweise schnurgeraden, monotonen Graben zu passieren, sondern sie können sich an einer renaturierten Auen- und Gewässerlandschaft erfreuen.Forstwirtschaft profitiert ebenfalls von dem Projekt
Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Gewässerprojekt stehen auch Veränderungen im Bereich der Forstwirtschaft. Vor einem halben Jahrhundert wurden an zahlreichen Stellen Fichtenriegel gepflanzt, die bis direkt an die Ruwer heranreichten. Sie sind jetzt entfernt worden. Angsten weist zudem darauf hin, dass neue Methoden in der Waldbewirtschaftung dazu geführt haben, dass der ph-Wert des Wassers in den Zuläufen des Keller Stausees deutlich gestiegen ist. Entscheidende Impulse hatte das Projekt für die Abwasserbeseitigung in der VG. "Wenn wir uns für eine bessere Gewässerqualität der Ruwer einsetzen, müssen wir in den Bau von neuen Kläranlagen investieren", betont Angsten. Mehr als 9,5 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben, wobei "uns das Land massiv unterstützt hat", wie der Bürgermeister angesichts von Zuschüssen in Höhe von 5,5 Millionen Euro betont.