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Viele Ziele und viel zu wenig Geld

Viele Ziele und viel zu wenig Geld

Der Sportplatz, die Eisenbahnbrücke, zwei neue Baugebiete, die Kita und die Turnhalle, Serrig hat bei seinen Investitionen wirklich dicke Brocken abzuarbeiten. Nur Geld vom Land kann dabei helfen. Bis alles tipptpop ist, werden die 2020er Jahre anbrechen.

Serrig. Ein umgefallenes Trainerhäuschen ist Sinnbild für den Zustand des Serriger Sportplatzes. "Der Naturrasenplatz steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste", sagt dazu Ortsbürgermeister Egbert Adam. Den wünsche sich das ganze Dorf seit 2009. Gut 360 000 Euro soll er kosten, ist aber ohne Zuschuss aus Mainz nicht umsetzbar. "Ein Kunstrasenplatz wäre noch 200 000 Euro teurer", rechnet der Ortschef vor. Auch der vorzeitige Baubeginn würde nicht genehmigt, denn: "Damit wüde sich das Land ja selbst unter Zugzwang setzen."
Millionenprojekt Bahnbrücke


Also heißt es warten, bis Rheinland-Pfalz wieder flüssig ist. Da helfen auch nicht die eingeplanten Eigenleistungen im Wert von 30 000 Euro. Einzig die Böschung rund um den Platz ist jetzt absturzsicher gestaltet. "Wenigstens da ist es grün", scherzt Adam.
Noch heftiger kommt Serrig die Sanierung der Brücke über die Bahnlinie in der Martinusstraße zu stehen. 1,44 Millionen Euro stehen dafür für 2018 im Investitionsplan. Auch hier gilt: Nichts geht ohne Förderbescheid. "Von der Bahn ist außer Vorgaben nichts zu erwarten", bedauert Adam.
Investitionen in Neubaugebiete haben den Vorteil, dass das vorgestreckte Geld wieder durch den Verkauf der Grundstücke zurück in die Gemeindekasse fließt. Serrig will im Baugebiet Nepol mit bis zu zwölf Baustellen ausweisen. "Bislang ist das aber noch ein Feuchtgebiet", erklärt Adam die angepeilte Investition von 650 000 Euro. Ab 2018 soll hier gebaut werden können.
Triesch wird ein weiteres Baugebiet heißen, wo bis zu 30 Grundstücke fürs Bauen erschlossen werden können. Der Bedarf sei da, versichert der Ortschef. Ab 2018 will Serrig dafür in die Planung einsteigen.
Die Erweiterung der Plätze in der Kindertagesstätte (Kita) von 86 auf 90 hört sich gering an, kostet aber 48 000 Euro. "Dafür müssen wir die Räume ummöblieren, neue Schlafgelegenheiten schaffen und den Essensbereich neu planen", erklärt Adam die Maßnahme für die Allerkleinsten. Das Dach der Kita sei für 2019 angepeilt und koste wahrscheinlich 140 000 Euro.
Die Schulturnhalle hat inzwischen ein neues Dach. Der Bau wird Serrig jedoch bis in die 20er Jahre finanziell in Anspruch nehmen. Die Heizzentrale wird erneuert. Die Holzhackschnitzel aus dem Serriger Wald werden auch die Schule und die Kita im Verbund warm halten. Mit einer neuen Umkleide ist dafür ein Anbau nötig. 2017 kostet das 532 000 Euro und 2018 für die Heizung noch einmal 133 000 Euro. "Bis in die 20er Jahre hinein wird uns die Halle 1,2 Millionen Euro kosten", rechnet Adam vor und plädiert für Rücklagen, damit es nicht wieder zu einem solchen Investitionsstau kommt.
Für die Straßensanierung hat Serrig 2014 den wiederkehrenden Beitrag eingeführt. Aktuell in Arbeit ist die Römerstraße, die 280 000 Euro kostet. 65 Prozent werden davon alle Serriger tragen, die ein bebautes oder bebaubares Grundstück haben. Neubaugebiete sind davon ausgenommen.
Insgesamt stehen 3,6 Millionen Euro im Investitionsplan. Doch nur für die Brücke und den Sportplatz kann die Ortsgemeinde auf Zuschüsse hoffen. doth