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Vielfalt entdecken und Kulturen begegnen

Vielfalt entdecken und Kulturen begegnen

Vom Gottesdienst bis zum gemeinsamen Frühstück: Zum fünften Mal richtet der Arbeitskreis Integration Saarburg die Interkulturelle Woche aus. Die Planungen gehen außerdem schon weiter: Der Arbeitskreis möchte die Verbandsgemeinde als "Ort der Vielfalt" vorschlagen.

Saarburg. Nach der Diskussion um die Behauptungen von Thilo Sarrazin um die Integrationswilligkeit von Migranten kommt sie nun beinahe wie bestellt, die Interkulturelle Woche: Vom 19. September bis zum 1. Oktober lädt der Arbeitskreis Integration in der VG Saarburg (AKI) dazu ein - und feiert ein kleines Jubiläum: Zum fünften Mal bereits organisiert der AKI diese Veranstaltungsreihe im Rahmen der bundesweiten Aktion, die 2010 unter dem Motto "Zusammenhalten - Zukunft gewinnen" steht. Seit den 70er Jahren wird die interkulturelle Woche von den Kirchen organisiert - 2009 gab es mehr als 3000 Veranstaltungen in rund 300 Städten.

"Unser Ziel ist es, das Miteinander zwischen Einheimischen und Zugezogenen zu fördern", sagt Hélène de Wolf, die selbst vor einigen Jahren aus den Niederlanden nach Saarburg kam. "Es geht darum, zu informieren und Vorurteile abzubauen", sagt Thomas Zuche vom Jugendmigrationsdienst Saarburg, "es geht um die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer".

Die Interkulturelle Woche startet am Sonntag, 19. September, mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Saarburg. Dazu laden die Evangelische Kirchengemeinde, der Jugendmigrationsdienst Saarburg und das Katholische Dekanat Konz-Saarburg ein.

Am 25. September dann geht es nach Bonn ins Haus der Geschichte. "Das ist für Migranten wie Einheimische interessant, weil es einen sehr guten Überblick über die Entwicklung Deutschlands gibt", sagt Thomas Zuche. Die Woche endet dann mit der dritten Saarburger Veranstaltung, dem interkulturellen Frühstück, bei dem es nicht nur ums Essen geht, sondern das auch von Musik und Tanz aus verschiedenen Ländern begleitet wird.

Geplant war zudem eine Ausstellung, die aber ausfällt, weil kurzfristig kein entsprechender Raum in der Realschule plus zur Verfügung steht. Auch die Reihe "Heimat im Gepäck", bei der Migranten ihre ganz persönliche Geschichte erzählten, gibt es in diesem Jahr nicht mehr. "Wir machen eine kreative Pause", sagt Zuche.

Diese Pause bezieht sich aber nicht auf die generelle Arbeit des AKI. Die nächste Idee ist schon ausgereift: Der AKI schlägt vor, dass sich die VG als "Ort der Vielfalt" bewirbt. Ziel der Initiative ist es, Städte, Gemeinden und Kreise in Deutschland in ihrem Engagement für Vielfalt zu unterstützen. "Das wäre ein starkes Symbol für Saarburg", sagt de Wolf. "Wir glauben, dass die VG es schaffen könnte, diese Auszeichnung zu bekommen." In der kommenden Sitzung möchten die Arbeitskreismitglieder ihre Idee dem VG-Rat vorstellen.alo/jöl Extra Zahlen, Daten, Fakten: 9,94 Prozent der Bewohner der Verbandsgemeinde Saarburg stammen aus einem anderen Land, das entspricht 1985 Einwohnern (von insgesamt 21 954). Sie kommen aus 82 Nationen. 45 Spätaussiedler leben in der VG. 931 Luxemburger sind unter den Ausländern, sie stellen damit die größte Gruppe. Mit 225 liegen die Franzosen auf Platz zwei vor den Niederländern (76), den Portugiesen (70), den Italienern, Polen (je 62), Briten (53), Vietnamesen (50), Belgiern (38) und Menschen aus Serbien und Montenegro (27). Aus ganz Afrika leben nur 13 Menschen in der VG Saarburg. (Stand: Juli 2010). (jka)