VIER FRAGEN AN HAGEN WEND

Herr Wend, was unterscheidet die Neuapostolische Kirche von klassischen christlichen Konfessionen?Wend: Zum einen, dass wir eine viel kürzere Tradition haben. Es unterscheiden uns auch gewisse Dinge in der Lehre, vor allem, dass wir das Apostelamt in unserer Kirche als führendes Amt ansehen, das auch die Lehrautorität besitzt.

Wir haben aber einen großen Fundus von Gemeinsamkeiten mit den anderen Kirchen. Was unterscheidet Sie von Sekten wie der Scientology?Wend: Wir unterscheiden uns aus unserer Sicht - das ist ja immer ein wenig subjektiv - dadurch, dass wir offen sind, dass jeder zu uns kommen kann, dass wir unsere Mitglieder nicht abschirmen, sondern zu einem Leben in eigener Verantwortung ermuntern. Und wir möchten auf das Privatleben keinen Einfluss ausüben. Wir erwarten allerdings schon, dass sich unsere Mitglieder nach den christlichen Grundwerten ausrichten. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirche, auch hier in Konz?Wend: Wir pflegen seit längerem gutnachbarliche Beziehungen zu den örtlichen Kirchen, deswegen haben wir auch zur Kirchenweihe den katholischen Pfarrer eingeladen, und ich habe mich über seinen Antwortbrief gefreut. Wir versuchen, in die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zu kommen. Da gibt es Gespräche, die sind allerdings noch nicht zu Ende, weil es Lehrunterschiede gibt. Die Taufen aller christlichen Kirchen erkennen wir an und wissen, dass der Heilige Geist auch in den anderen christlichen Kirchen wirkt. Wie entwickelt sich ihre Kirche? Wend: Wir haben in Deutschland stagnierende Mitgliederzahlen, die vor allem damit zusammenhängen, dass uns die Kinder fehlen. Eine aggressive Mission betreiben wir nicht. In Afrika dagegen steigen die Zahlen deutlich. * Das Gespräch führte unser Redakteur Martin Möller.

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