Vier helfende Hände

FARSCHWEILER. Rudolf und Agnes Essler träumen nicht nur von einem schöneren Ort. Sie tun auch was dafür. Mit Ideen und Fleiß haben der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins und seine Frau schon manches im Ort auf Vordermann gebracht.

"Eben habe ich Beton für die Bodenplatte des Wassertretbeckens bestellt", sagt Rudolf Essler. Seit Wochen verbringt der Rentner etliche Stunden auf der Baustelle. Schließlich sollen in drei Wochen die ersten gesundheitsbewussten Bürger durch das eiskalte Nass auf Kies waten können. Der 66-Jährigen bezeichnet sich selbst als sehr heimat- und naturverbunden. Dies war auch der Grund, weshalb er im September 1978 zur Gründungsversammlung ins Gasthaus Becker ging. 25 Farschweiler Bürger hatten sich damals zum Ziel gesetzt, sich für eine Verschönerung und Belebung der Gemeinde einzusetzen. Heute zählt der Verein 69 Mitglieder. Seit drei Jahren ist Rudolf Essler der erste Vorsitzende. Seine Frau ist Mitglied und unterstützt ihren Mann. Damit Spaziergänger immer mal wieder ein Päuschen einlegen können, hat Rudolf Essler bislang 30 Bänke in und um Farschweiler herum aufgestellt, Schätze aus vergangenen Zeiten, wie den Hinkelstein und keltische Hügelgräber, hat er aus dem Dornröschenschlaf geholt. Den Kinderspielplatz an der Vorzeige-Grillhütte am Ortsrand wurde unter der Leitung des Großvaters von Nicole (17) und Alexander (14) "runderneuert." "Adolf Werner packt häufig mit an", sagt Rudolf Esser. Auch seine Frau Agnes und Eva Schultheis. Die beiden Frauen greifen oft zu Pinsel und Farbe, um die Gerätschaften vor Witterungseinflüssen zu schützen oder ihnen Farbe zu verleihen. "Wir freuen uns immer, wenn etwas in Ordnung gebracht wurde", sagt Agnes Essler. Die Liste der Aktionen des emsigen Rentners und der helfenden Hände, die den Ort in ein noch schöneres Licht rücken, ist lang. "Das nächste Projekt wird ein Brunnen", verrät der Senior. "Die Arbeiten gehen mir leicht von der Hand." Kein Wunder, hat Rudolf Esser doch Jahrzehnte als Hochbaupolier gearbeitet. Doch Mitglied im Heimat- und Verkehrsvereins zu sein, bedeutet nicht nur Arbeit, sondern auch Vergnügen. Einmal im Monat geht der Verein auf Wanderschaft und einmal im Jahr auf große Fahrt. "Wir wollen den Osten neu entdecken", sagt Agnes Essler. Im September geht es nach Thüringen. Und Mitsommernachts- und Waldfest sind aus dem Kalender der 750-Seelen-Gemeinde nicht mehr wegzudenken.

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