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Virtueller Blick auf viele Windräder

Virtueller Blick auf viele Windräder

Nach einer "groben Schätzung" könnten auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil zwischen 27 und 54 Windräder gebaut werden, sagt Bürgermeister Michael Hülpes (CDU). Wie die Landschaft dann aussehen würde, sollten in der jüngsten Ratssitzung Visualisierungen deutlich machen. Aus dem Publikum kam erneut Kritik an den Windkraftplänen der VG.

Hermeskeil. "Wenn man regenerative Energien haben will, dann muss man auch Veränderungen im Landschaftsbild in Kauf nehmen. Man kann die Dinger nun mal nicht verstecken." So formulierte Bürgermeister Michael Hülpes seinen Standpunkt, als es am Mittwochabend im Hermeskeiler VG-Rat zum wiederholten Mal um das Thema Windkraft ging.
Das Gremium hatte Ende März mit großer Mehrheit den Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan (FNP) akzeptiert. Darin sind die Gebiete ausgewiesen, die künftig für die Errichtung von Anlagen infrage kommen. Da auf dem weiteren Verfahrensweg auch die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgeschrieben ist, wurde dies in die aktuelle VG-Ratssitzung eingebettet.
Nach den Entscheidungen über die Einführung der Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) und zum Asylbewerberheim (der TV berichtete) verließ zwar weitaus mehr als die Hälfte der Zuhörer die Hochwaldhalle. Das verbliebene Publikum bekam aber im Rahmen dieser Öffentlichkeitsbeteiligung Visualisierungen gezeigt, wie sich der Bau von Windrädern auswirken würde. Die für die Aufnahmen ausgewählten Standpunkte lagen quer über das VG-Gebiet verteilt. Meist hatte sich das Fachbüro Gutschker und Dongus aus Odernheim (Kreis Bad Kreuznach) dafür an die Ortsränder gestellt.
Flächen in Orange und Weiß


In ihrem Plan unterscheidet die VG Hermeskeil zwei verschiedene Kategorien von Flächen. Es gibt orangefarbene Sonderbauflächen, auf denen die Betreiber gute Chancen auf eine Baugenehmigung haben. Auf den weißen Flächen sind die Aussichten für die Errichtung von Windrädern vor allem wegen der streng geschützten Mopsfledermaus schlechter.
Gezeigt wurde im VG-Rat sowohl der virtuelle Blick auf Windräder in orangefarbenen als auch auf weißen Flächen. Wie Hülpes auf Nachfrage von Karl Diller von der Interessengemeinschaft Rettet den Hochwald erklärte, wurden in der Sitzung aber nur Visualisierungen von Windrädern gezeigt, für die die unterschiedlichen Betreiber schon Bauanträge nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz gestellt haben. Darin wird die Umweltverträglichkeit eines solchen Vorhabens geprüft.
Hülpes sagte, dass auf den orangefarbenen Flächen die Errichtung von circa 27 Rädern denkbar ist. "Würden auch auf den weißen Flächen alle Anlagen genehmigt werden, was aber nicht zu erwarten ist, dann käme noch einmal etwa die gleiche Anzahl hinzu."
Der Reinsfelder Ortschef Rainer Spies (SPD) fasste seinen Standpunkt so zusammen: "Es wird sich zwar vieles ändern. Jetzt aber ein Szenario zu malen, dass alles mit Windrädern vollgestellt wird, ist weit überzogen."
Hülpes wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man "einige Ecken der VG", etwa im Bereich Rösterkopf oder Hohe Wurzel, bewusst "windkraftfrei" halten wird.
Direkt am Nationalpark



Aus dem Publikum kam zum einen von Hermann Dellwing ("Man sieht überhaupt nichts") Kritik an der Qualität der Visualisierungen, weil sich die virtuellen Windräder wegen der Licht- und Wetterverhältnisse nicht deutlicher vom Bildhintergrund abheben würden.
Zum anderen betonte Christian Nimtz aus Züsch, dass er überhaupt kein Verständnis dafür habe, dass Windräder direkt an den Rand des künftigen Nationalparks gestellt werden sollen. Allerdings bezieht sich diese Aussage auf die konkreten Standortpläne der Gemeinde Nonnweiler im Saarland. ax