Virtuose Kammermusik im Kloster

Gut 80 Musikliebhaber haben im Festsaal der Konzer Klosters Karthaus einen kammermusikalischen Leckerbissen genossen. Ketevan Rukhadse am Flügel und Gleb Levin (Cello) haben mit Werken von Beethoven, Debussy und Brahms überzeugt.

Konz. Die Reihe der Kammermusik-Konzerte im festlichen Rahmen des Klosters Karthaus in Konz hat sich zu einem großen Erfolg entwickelt. Rund 80 Zuhörer finden sich am Sonntagmorgen zur Matinee ein.
Ketevan Rukhadse am Flügel und Gleb Levin verdienen ihre Brötchen als Korrepetitorin und Cellist beim symphonischen Orchester der Stadt Trier. Hier in Konz servieren die beiden - nach einer gefeierten Operettenpremiere am Vorabend - ihr solistisches Können im Kammerkonzert. Zum Auftakt gibt es Beethoven: Die Sonate A-Dur, Opus 69 aus dem Jahr 1808 ist ein monumentales Cello-Werk. Das Streichinstrument gibt zu Beginn den Ton an und ein Einschub in Moll sorgt für Spannung, das Klavier erzeugt perlende Läufe. Die Sonate in D-Moll von Claude Débussy ist eine Reminiszenz an den französischen Barock. Gebrochene Dreiklänge bestimmen den Prolog, die folgende Serenade und das Finale werden als Einheit gespielt. In der Serenade erklingt ein an- und wieder abschwellendes Pizzicato des Cello, Levin beherrscht diese Zupf-Technik perfekt.
Zum Abschluss dann Johannes Brahms Sonate in F-Dur, Opus 99. Sie passt zur melancholischen Novemberstimmung. Ein kraftvoller Einstieg des Cello mündet im Scherzo zu einem Dialog mit dem Klavier, ein Stück von fast nervöser Energie. Rukhadse und Levin musizieren auf konstant hohem, virtuosen Niveau mit angemessenem Gestus und Sinn für Dramatik. Ein Höhepunkt der kammermusikalischen Konzertreihe, der mit großem Applaus des Publikums belohnt wird. DT