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Vom Baum ins Glas - Äpfel werden flüssig

Vom Baum ins Glas - Äpfel werden flüssig

Apfelsaft schmeckt gut - auch Lucky. Doch wie das runde Obst in die längliche Flasche kommt, war ihm nicht so genau klar. Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen süßem und normalem Viez? Er und einige Kinder sind dem Rätsel auf den Grund gegangen.

Hamm. (gn) Apfelkuchen, Apfelbrei oder auch leckere Apfelpfannkuchen - dass man aus der runden Frucht so einiges machen kann, dass weiß Lucky schon lange. Aber Viez!? Das war der Leseratte neu. Zusammen mit einigen Kindern hatte er die Möglichkeit, in Hamm bei Taben (Kreis Trier-Saarburg) nicht nur zuzuschauen, wie süßer Viez gemacht wird, sondern selbst mitzuhelfen. "Das wird bestimmt super", freut sich auch der fünfjährige Luis Wurz aus Saarburg. Aber von vorne. Um an den leckeren Saft zu kommen, müssen zunächst Äpfel gesammelt werden. Das hatten am Samstag bereits fleißige Helfer erledigt, so dass Lucky nur noch beim Waschen helfen musste. Nach dem Säubern wurden die Äpfel in eine Apfelmühle gekippt, in der das Obst in kleine Stücke gehackt wurde. Danach kamen die zerkleinerten Äpfel in die Kelter. Das ist nichts anderes als eine große Saftpresse. Gut, dass Lucky unterstützt wurde, denn alleine wäre das ganz schön viel Arbeit. Als die Kelter voll war, legte Markus Rommelfanger vom Heimat- und Traditionsverein Hamm einige Bretter auf die Apfelstückchen. Auf die Bretter kamen dann schwere Steine. Allein durch deren Druck auf das zerkleinerte Obst lief der erste süße Viez aus der Kelter und in die Becher der Kinder. Hhmm, das war lecker! Als der Druck nicht mehr ausreichte, um den Saft aus den Äpfeln zu pressen, war Handarbeit angesagt. Und so kurbelten die kleinen und großen Helfer die Steine in Richtung des Bodens der Kelter. Hierdurch wurde der Platz, den die Äpfel haben, verringert, und der Saft ausgepresst.

Für einen Liter Saft werden zwei Kilo Äpfel gebraucht



Süßer Viez ist übrigens nichts anderes als frisch gepresster Apfelsaft und folglich ohne Alkohol. Er schmeckt zwar saurer als der Apfelsaft, den Lucky aus dem Supermarkt kennt, aber trotzdem richtig gut. Um etwa einen Liter des erfrischenden Getränks zu erhalten, muss man übrigens je nach Apfelsorte ungefähr zwei Kilo Äpfel pressen. Welche Sorte man aussucht, ist reine Geschmackssache.

Und während Lucky bereits das zweite Glas austrinkt, kippt Markus Rommelfanger einen Teil des Safts in Fässer. Lucky stutzt. Aber Herr Rommelfanger löst das Rätsel und erklärt der Leseratte: "Der süße Viez wird in Fässern gelagert und darin bis nächstes Frühjahr, also nicht ganz ein halbes Jahr, in Ruhe gelassen. Und wenn die Fässer dann Ende März geöffnet werden, ist aus dem ehemals süßen, alkoholfreien Viez herber, alkoholhaltiger Viez geworden."

Aus dem Zucker im Saft wird nämlich Alkohol - und das, was da passiert, das nennt man Vergären. Vielen Erwachsenen schmeckt dieser Viez sehr lecker - für Lucky und die Kinder ist das aber nichts, weil Alkohol drin ist. Und außerdem schmeckt ihnen der süße Viez viel besser.