Vom Glück, Gott und den Menschen zu dienen

Vom Glück, Gott und den Menschen zu dienen

Der Pallottinerpater Walter Gräf ist am 16. Juli 1961 zum Priester geweiht worden. Ein halbes Jahrhundert bereits dient er Gott und den Menschen. Sein Priesteramt will der 81-Jährige so lange ausüben, wie es geht. Gefeiert wird in der Propstey St. Josef in Taben- Rodt.

Taben-Rodt. Der 7. August ist für die Propstey St. Josef in Taben- Rodt ein ganz besonderer Tag: Pater Walter Gräf feiert sein goldenes Priesterjubiläum. Der Pallottinerpater aus Spay am Rhein wurde am 16. Juli 1961 in Vallendar bei Koblenz zum Priester geweiht. Dort hatte Gräf auch Theologie studiert.
Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Quiriakus in Taben-Rodt mit zahlreichen Geistlichen des Dekanats und den Mitbrüdern beginnt um 14.30 Uhr.
"Nach der Volksschule und Handelsschule wusste ich überhaupt nicht, was ich werden sollte", erinnert sich der Geistliche im Gespräch mit dem TV. Die Entscheidung wurde ihm zunächst von der Wehrmacht abgenommen, als er als 14-Jähriger kurz vor Kriegsende am Westwall eingesetzt wurde.
Nach einer kaufmännischen Lehre keimte in ihm die Frage auf: "Soll ich nicht als Geistlicher in die Mission gehen?" Die Begegnung mit dem Pallottinerpater Distelkamp verstärkte den Wunsch, nicht Weltpriester zu werden, sondern sich einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen.
Die Pallottiner, benannt nach ihrem Gründer, dem Heiligen Vinzenz Pallotti (1795-1850), unterhalten in Limburg ein Spätberufenenkolleg, eine Art Gymnasium. Ab jetzt war der Weg zum Priester und Pater vorgezeichnet. "Mir war es wichtig, in einer religiösen Gemeinschaft Priester zu werden", betont Gräf.
Wie andere Geistliche auch, wurde er an verschiedenen Orten eingesetzt, zuletzt von 1988 bis 2004 als Gesprächs- und Beichtseelsorger in Wiesbaden.
Mit 75 Jahren wurde der Pater in den Ruhestand versetzt- offiziell. Seit 1. September 2004 widmet er sich der Aufgabe als Hausgeistlicher der Karmelitinnen in der Propstey St. Josef Taben- Rodt und springt überall in der Umgebung ein, wo ein Priester für eine heilige Messe fehlt. Das bedeutet: Jeden Tag mindestens einen Gottesdienst feiern.
Menschen ganz nah


"Ich bin mit Leib und Seele Priester und Pallottinerpater", erklärt Gräf, er habe sich nie einen anderen Beruf vorstellen können. Es sei ein besonderes Glücksgefühl, Gott und den Menschen zu dienen. Nur aus der Missionsarbeit ist nichts geworden.
Der heute 81-Jährige hält sich mit Gymnastik fit, wandert gerne und hört Klassische Musik. "Um 6 Uhr morgens stehe ich auf und höre erst mal die Nachrichten, um zu erfahren, was in der Welt so los ist", erklärt er. Gräf interessiert sich besonders für Sport, Politik und Wirtschaft. Wichtig ist ihm die absolute Stille in tiefer Meditation nach der Methode des Zen-Buddhismus: "Da können die Gedanken ungehindert fließen." Jahresexerzitien gehören ebenfalls fest ins Lebensprogramm des Geistlichen.
Seine Predigten sind immer so gut vorbereitet, dass er frei sprechen kann. Sein Wunsch zum goldenen Priesterjubiläum lautet: "Ich möchte so lange wie möglich als Priester und Pater für die Menschen da sein und die gute Zusammenarbeit mit den Schwestern in der Propstey und den Pfarreien Serrig und Taben- Rodt pflegen." doth

Nach dem Festgottesdienst am 7. August um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Quiriakus lädt Pater Walter Gräf zu einem Empfang in die Kulturscheune der Propstey ein. Statt Geschenken bittet er um Geldspenden für die Missionsarbeit des Pallottiner- Paters Peter Hillen in Nigeria.