Vom Hacker zum Seelsorger

Der Abschied vom Beruf des Netzwerkadministrators ist Diakon Klaus Elfert leichtgefallen. Seine heutige Arbeit macht ihm viel Freude, obwohl er als Mitorganisator der Hermeskeiler Tafel und als Notfallseelsorger oft mit großem Leid konfrontiert wird.

Hermeskeil. (urs) Der Lebensweg von Klaus Elfert, seit vier Jahren in Hermeskeil und seit September 2009 hauptamtlicher Diakon, ist ungewöhnlich, aber zielstrebig. 15 Jahre hat der 40-Jährige bei einer großen Bank in Trier als Netzwerkadministrator gearbeitet. Dann entschied sich der im Bistum Münster geborene Computerspezialist für ein Theologiestudium und einen neuen Job: Er wurde "ständiger Diakon". Am 23. November 2003 war die Weihe.

Schon früher habe er ehrenamtlich Aufgaben eines Diakons wahrgenommen, sagt Elfert. Für ihn macht es keinen Unterschied, diese Aufgabe ehren- oder hauptamtlich zu übernehmen. Anders als ein zur Ehelosigkeit verpflichteter Priester darf er lediglich keine Beichten abnehmen und keine Wandlung feiern, den Höhepunkt katholischer Messen.

Seine Entscheidung begründet der Vater zweier zehn und acht Jahre alter Söhne ohne langes Überlegen. Er habe einfach den Wunsch gehabt, "ganz und gar" in der Diakonatsarbeit tätig zu sein. Und zwar, um Menschen in den verschiedenen Situationen ihres Lebens - "in Freud wie in Leid" - begleiten zu dürfen. "Die Arbeit mit Menschen und für Menschen macht sehr viel Freude", begründet Elfert. Früher habe er sich hauptsächlich in der Jugend- und Pfadfinderarbeit engagiert, was ihn sehr geprägt habe.

Als Diakon der kürzlich fusionierten Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil-Beuren ist er darüber hinaus eingebunden bei Wortgottesdiensten und Predigten, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen. Größten Einsatz erfordern Aufgaben wie die des Notfallseelsorgers von ihm oder das von Elfert mitinitiierte "Tafelprojekt", die Martinustafel Hermeskeil. Es habe ihn unheimlich gefreut, daran mitarbeiten zu können. Ein Team von 30 ehrenamtlichen Helfern hatte sich eingebracht.

"Neben dem Beruf hat man zeitlich nicht so die Möglichkeiten, sich intensiv diesen Aufgaben zu widmen." Dass derzeit 300 Menschen aus den Orten der gesamten Verbandsgemeinde das Angebot der donnerstags geöffneten Tafel nutzen, bestärkt ihn in seinem Engagement. "Man spürt einfach, wie wichtig diese Einrichtung für die Menschen der Region ist." Daher hoffe er auch auf eine "noch breitere und konstantere Unterstützung" der Lebensmittelgeschäfte vor Ort, auf deren Lieferungen die Tafel angewiesen ist.

Dass seine Leidenschaft für die Technik nun zurückstehen muss, nimmt Elfert gern in Kauf. Er arbeite immer noch viel am Computer, verweist er auf den Internetauftritt der Pfarreiengemeinschaft, für den er verantwortlich ist. Parallel dazu widmet er sich Aufgaben wie der Firmvorbereitung oder er bemüht sich um die Gründung einer regionalen Pfadfindergruppe, wofür der Zuspruch bisher aber eher gering sei.

Besonders wichtig für Elfert: seine Aufgaben als Notfallseelsorger. Gerade in Grenzsituationen sei zu spüren, wie wichtig dieser Dienst für die Menschen sei. Wenn schlimme Nachrichten überbracht würden, müsse jemand tröstend und vorbehaltlos zur Seite stehen. Für die Helfer seien das zwar schwere, aber auch wichtige Erfahrungen.

Extra: Kontakt über Diakon Klaus Elfert unter Telefon 06503/952227. Wer die Tafel unterstützen möchte, kann spenden: Kontonummer 190 190, Volksbank Hochwald, BLZ 585 647 88. Auch Lebensmittelspenden helfen. Anschrift der Tafel: Martinusstraße 4a, 54411 Hermeskeil (urs)