Vom Marsch bis Count Basie und Toto

Vom Marsch bis Count Basie und Toto

25 Jahre Konzertreihe Musik schafft Freu(n)de: Der Musikverein Lyra Gusenburg zeigt erneut große klangliche Vielfalt.

Gusenburg Die Statistik ist beeindruckend. 25 Jahreskonzerte mit dem schönen Titel "Musik schafft Freu(n)de" hat der Musikverein Gusenburg seinem Publikum seit 1992 geboten. Das bedeutet: 105 Musiker waren seitdem im Einsatz, 175 Musikstücke wurden einstudiert und zwei Dirigenten, Volker Dederichs und Dietmar Knippel, holten den Klang ans Ohr des Publikums. Eine enorme Entwicklung hat das Orchester in dieser Zeit durchlaufen. Keine leichte Aufgabe also für die Debütanten. So müssen auch Marie Becker (16) und Johanna Alten (13), beide Altsaxophon, gleich auf einem viel höheren Niveau einsteigen als im Vergleich zu früheren Jahren.
Johanna spielt erst seit drei Jahren ihr Instrument und übt drei bis viermal die Woche "Das mache ich meist zwischen den Hausaufgaben, das entspannt", sagt sie.
Auch für ältere Semester ist es nie zu spät, ein Instrument zu erlernen (siehe Info). Ein Beispiel ist Christel Klemens mit ihrem Tenorsaxophon: "Ich habe mit 46 Jahren bei Null angefangen. Nach zwei Jahren Unterricht konnte ich hier mitspielen." Bei Musizieren vergesse sie total den Stress des Alltags, ist die Musikerin begeistert. Inzwischen ist sie vier Jahre dabei und fester Bestandteil des Orchesters von Dietmar Knippel.
"Unser Jahreskonzert ist eine feste Institution in Gusenburg", freut sich Knippel. Das Programm bilde den Geschmack dreier Generationen ab, denn die Stücke würden auch von drei Generationen gespielt.
Im ersten Teil verlangte der Dirigent seinen 55 Musikern ihr ganzes Können ab. Bei den "Songs of Sailor and Sea" von Robert W. Smith, durfte das Publikum eine turbulente Seefahrt miterleben. Wind und Wellen waren zu hören, die Schiffglocke läutete, und Ankerketten rasselten. Passend zu diesem Bild ging anschließend musikalisch die Titanic nach der Kollision mit einem Eisberg unter.
"Unsere Register sind tipptopp besetzt", erklärt Knippel diese Möglichkeiten der Klangmalerei. Sogar ein Fagott mit Ansgar Waschbüsch und ein Klavier mit Hubert Eiden sind dabei.
Eine komplette Klangumstellung erlebten die rund 300 Zuhörer nach "Hoch Badnerland" von Emil Dörle, ein eher folkloristisches Stück mit viel Heimatliebe, und direkt danach Stücke von Count Basie, einem der größten Jazzmusiker aller Zeiten. Plötzlich klang Lyra wie eine Big-Band.
Die Gruppe Toto aus den 80ern lieferte die Rock-Abteilung, und Peter Maffay ist ja sowieso eine Klasse für sich. Am Schluss leitete Ehrendirigent Günter Dellwo das Orchester. Er war von 1976 bis 1990 musikalischer Leiter. Nun ließ er den Marsch "Zum Städele hinaus" von Georg Meissner erklingen, nach Noten, die er selbst gestiftet hat.
Heinz Erschens vom Kreismusikverband urteilte: "Ich bin begeistert, wie die spielen." Das Können der einzelnen Musiker werde durch Dietmar Knippel zu einem großen Klangbild gebündelt. Nur nicht so viele schwere und komplizierte Stücke hintereinander, stattdessen eher mal ein Ohrwurm oder Gassenhauer dazwischen, wünschte sich der Verbandsvertreter.Extra: MUSIK, AUCH EIN HOBBY FÜR SPÄTEINSTEIGER


Saxofonist Tim Adams ist Ausbildungsleiter beim Lyra Gusenburg. Er sagt: "Es ist nie zu spät, ein Musikinstrument zu erlernen." Der Verein helfe gerne bei der Suche nach einem passenden Instrument und einer qualifizierten Ausbildung. Auch für das Erlernen eines zweiten Instruments wird geworben. Damit wäre die Besetzung des Orchesters noch flexibler zu gestalten. Weitere Informationen auf <%LINK auto="true" href="http://www.mv-gusenburg.de" text="www.mv-gusenburg.de" class="more"%>