Vom Sklaven zum Krisenmanager

Träume als Botschaften Gottes, verpackt in einem Musical, das sich der heutigen Sprache und Musik bedient, das ist "Joseph". Kaum jemand kennt den Stoff aus dem Alten Testament wohl so, wie ihn 90 Grundschulkinder auf die Stadthallenbühne Saarburg gebracht haben.

Saarburg. (doth) Große Aufregung herrschte hinter der Bühne: 90 Kinder mussten geschminkt und in ihre biblischen Gewänder gesteckt werden. Sitzt die Perücke? Ist das Gewand überhaupt richtig herum angezogen worden? Seit rund zehn Jahren bringt die Irscher Grundschulrektorin, Maja Brandscheit, Kinder vom 1. bis 4. Schuljahr als Schauspieler, Tänzer und Sänger auf die Bühne. Mit dem Musical "Joseph", dem Hirtensohn, der als Sklave verkauft wurde und in Ägypten einen kometenhaften Aufstieg als Minister und Krisenmanager erlebt, ist eine farbenprächtige Show inszeniert worden.

Rund 400 Zuschauer erlebten eine Premiere, die professionelle Züge trägt. Seit Februar wurde geprobt, die Originaltexte gelesen, die Geschichte in einer Bibelprojektwoche verinnerlicht, das Bühnenbild gemalt.

Die Gewänder wirkten echt, denn der Stoff stammt tatsächlich aus Ägypten. 60 der 90 Kostüme nähte Schulrektorin Brandscheit selbst. Der Rest sind Sternsinger-Outfits. Kinder aus Irsch, Freudenburg und Serrig spielten, sangen und tanzten das Alte Testament. "Theaterspielen vermittelt soziale Kompetenz", weiß Pädagogin Brandscheit. Die Gruppe muss aufeinander eingehen, aufeinander hören und Text lernen. Das bildet allgemein die Persönlichkeit. "Joseph, der echt coole Träumer" kam wirklich authentisch an, dabei half auch der technische Aufwand.

Birgit Schreiber aus Irsch war begeistert: "So kann man die Bibel richtig begreifen." Und Alois Junk aus Beurig stellte fest: "Die Kinder sind so engagiert bei der Sache. Die Geschichte wurde beachtlich gut rübergebracht."

In "Joseph" wird die biblische Geschichte nach der Musik von Ruthild Wilson und Heinz-Helmut Jost-Naujoks in moderner Sprache erzählt, garniert mit Rocktiteln oder auch klassischen Werken. Insgesamt dreimal füllte sich die Stadthalle mit 400 Besuchern. Die Botschaft des Musicals kam an: Auf Gott vertrauen, auch wenn die Wege zum Ziel unangenehm sein können.