Vom Webstuhl zur Ofen-Galerie

HERMESKEIL. (urs) Der Internationale Museumstag hat in Hermeskeil etliche bewogen, sich im Hochwald- oder Natur-Park-Erlebnismuseum umzuschauen. Dennoch wäre ein anderer Termin dem Angebot sicher zuträglicher.

Ein riesiger Webstuhl fasziniert Kimberley und ihre jüngere Schwester Ally. Wie haben die Menschen daran wohl gearbeitet? Und mit Sicherheit saßen an diesem Riesengerät auch Männer, ist Ally überzeugt. Doch für die Mädchen gibt es im Hermeskeiler Hochwaldmuseum noch mehr zu entdecken. So etwa die Ofen-Galerie oder das historische Klassenzimmer. Dabei seien die Kinder ja meist schon mit der Schule oder dem Kindergarten hier gewesen, erzählt ihre Mutter Pia. Für sie selbst sei dieser Besuch am Internationalen Museumstag der erste. Bei dem kühlen Mai-Wetter schien ihr und Ehemann Markus das ein passendes Ziel. Die Art der Präsentation finde er gut, sagt der Damfloser. Kein Vergleich zum vorherigen Museum, wo alles dicht gedrängt einfach nur so drin gestanden habe. Sicher hätten auch ein anderes Ziel wählen können, doch, so Pink: "Man sollte das unterstützen, was vor der Tür ist." Erika und Wolfgang Häfner sehen das wohl ähnlich. Obschon auch sie zum ersten Mal einen Blick ins Erlebnismuseum des Naturparks Saar-Hunsrück werfen. Und das an ihrem 30. Hochzeitstag. "Das haben wir uns aufgehoben für diesen Tag", sagt der Gatte lachend. Meist führe Familien mit Kindern der Weg her, sagt Mitarbeiterin Christel Faber. Die ersten seien schon kurz nach 14 Uhr da gewesen, um sich eingehend umzuschauen. Oft werde ein Halbedelstein für 50 Cent als Andenken gekauft. Größere Ausgaben seien selten: "Die Leute überlegen sich das heute schon", hat sie Verständnis. Die positive Resonanz kann aber nicht über den zurückhaltenden Besuch am Internationalen Museumstag hinweg täuschen. Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparks Saar-Hunsrück, sieht das Problem im Termin des landesweiten Events. Sie bezweifle, dass der Monat Mai der geeignete sei, um für einen Massenandrang in Museen zu sorgen. Und das nicht nur, weil es im Frühling überall sprieße und die Menschen sich eher draußen aufhielten. Auch das Überangebot an Parallelveranstaltungen trage zu schwächeren Besucherzahlen bei. So mancher Hermeskeiler war wohl bei Saar-Pedal oder dem Abschieds-Gelöbnis der Bundeswehr.

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