Von Atomkraftwerk bis Konversion

Mit CDU, SPD und FWG treten für die Wahl des Verbandsgemeinderates am Sonntag die drei bisherigen Listen an. Erstmals präsentieren sich auf dieser Ebene auch Bündnis 90/Die Grünen. Der TV hat die jeweiligen Listenführer nach den Schwerpunkten ihrer Programme befragt.

Saarburg. Was ihre oberste Priorität auf der Schwerpunkt-Themen-Liste betrifft, sind CDU und SPD deckungsgleich: Die Ganztagsbetreuung in Schulen und Kindergärten einschließlich flexibler Öffnungszeiten haben sich CDU wie SPD auf die Fahne geschrieben. Damit soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werden.

Auch bei den von CDU-Listenführerin Simone Thiel und SPD-Listenführer Frank Gerardy nachrangig genannten Projekten, die die bislang stärksten Fraktionen im VG-Rat nach der Wahl weiter verfolgen wollen, herrscht Einigkeit. Demnach haben beide Parteien vor, sich auf den Ausbau regenerativer Energien zu konzentrieren. "Wir wollen Wind- und Solarenergie künftig stärker nutzen", sagt Frank Gerardy.

Viel hängt für beide auch an der bevorstehenden Konversion. "Das ist nicht allein ein Thema für die Stadt", sagt Simone Thiel. Es gehe darum, die Flächen attraktiv für die gesamte VG zu nutzen. Die Stärkung der Ortskerne liegt beiden Parteien am Herzen.

Wichtig sei der CDU darüber hinaus, die Saar-Obermosel-Touristik "bei der bundes- und europaweiten Vermarktung unserer hoch attraktiven Ferienregion zu unterstützen". Die besondere Lage im Dreiländer-Eck müsse ebenso weiter ausgebaut werden wie Industriegebiete. Die CDU wolle dabei helfen, dass investitionsbereite Unternehmen unbürokratisch agieren können. "Wir wollen die direkte Kontakt-Aufnahme über die Abteilungen in der Verwaltung verbessern."

Während die CDU die Attraktivität des Saarburger Freibades steigern will und die Renaturierung der Leuk im Blick hat, nennt die SPD die Ausstattung der Feuerwehren, die Stärkung der Vereine und den Ausbau der häuslichen Pflege als wichtige weitere Aufgaben.

Franz-Josef Neises, Listenführer der FWG, will die allgemeine Finanzsituation im Auge behalten. "Wir müssen weiter darauf drängen, dass die kommunalen Verwaltungen mit den Mitteln ausgestattet werden, die sie tatsächlich brauchen. Es muss endlich ein Ausgleich auf die Beine gestellt werden." Einsetzen wolle sich die FWG auch dafür, "dass im Hinblick auf die bevorstehende Kommunalreform die Ortsgemeinden und die VG ihre Selbstständigkeit beibehalten". Schulen und Kindergärten sollten an ihren jetzigen Standorten in der VG erhalten bleiben, so eine weitere Forderung. "Und wir müssen finanzielle Möglichkeiten haben, dafür zu sorgen, dass die Ortskerne nicht ausbluten." Die Konversion wolle die FWG mitgestalten.

Auf Natur und Umwelt liegt der Schwerpunkt des Wahlprogrammes von Bündnis 90/Die Grünen. So sagt Listenführerin Stephanie Nabinger: "Bei der Nutzung erneuerbarer Energien wollen wir in der VG eine 100-Prozent-Lösung umsetzen." Zudem wolle man eine "umfassende Klimaschutz-Strategie und ein Energie-Konzept erarbeiten" und sich um die Ansiedlung junger Unternehmen kümmern, die sich mit Umwelt-Technologien befassen.

"Wir wollen Flächen für Photovoltaik-, Biogas- und vereinzelt auch Windkraft-Anlagen ausweisen", erklärt Nabinger. Baugebiete sollten so geplant werden, dass jedes Haus eine Süd-Ausrichtung hat und Photovoltaik nutzen kann, so die Vorstellung der Neulinge, die sich auch die Einführung von Bürgerhaushalten vorgenommen haben.

"Und wir werden uns dafür starkmachen, dass das Atomkraftwerk Cattenom geschlossen wird, wo es seit 1986 mehr als 700 Störfälle gab", so Nabinger.