Von der Kupp an die Spitze

Er hat\'s geschafft: Sechs Jahre nach seiner Bewerbung ist Winzer Florian Lauer mit dem Ayler Familienbetrieb Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter. Er ist damit das fünfte Mitglied aus der Verbandsgemeinde Saarburg.

Ayl. Etwa sechs Jahre lang hat Winzer Florian Lauer darauf hingearbeitet, Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zu werden. Nun ist es so weit. Seit Anfang 2013 steht das Weingut Peter Lauer aus Ayl auf der Liste erlesener deutscher Güter, die sich in diesem Verband zusammengeschlossen haben, um Spitzenweine zu produzieren (der TV berichtete). Für Lauer ist das Auszeichnung und Verpflichtung zugleich.
"Der VDP ist eine international anerkannte Marke geworden. Außerdem hat seine weinbaupolitische Stimme Gewicht", fasst Lauer, 33 Jahre alt, die Bedeutung des Verbandes zusammen. Die Mitglieder sind handverlesen (siehe Extra). "Es gibt in Deutschland Winzervereinigungen für alles Mögliche. Aber der VDP ist die einzige, die sich nur höchste Qualität als Ziel gesetzt hat", sagt Lauer. Von einer Mitgliedschaft erhofft er sich Zugang zu neuen Exportmärkten im Ausland. "Wir haben zwar keine Absatzprobleme, aber ich möchte die Vermarktung auf breitere Füße stellen. Außerdem ist die Mitgliedschaft wichtig für unser Image als Qualitätsweingut." Die strengen VDP-Regeln sollen so auch langfristig die Entwicklung des Betriebs sichern.
Lauer hat in Stuttgart Agrar-ökonomie und in Montpellier (Frankreich) Önologie studiert. 2005 ist er in den Betrieb seines Vaters eingestiegen. "Eigentlich wollte ich das Gut gar nicht übernehmen. Agrarökonomie erschien mir erst viel interessanter und breiter gefächert. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir der Weinbau doch eher liegt", sagt der Jungwinzer.

Ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung ist für den VDP die Lagebezeichnung (siehe Extra). "Da geht es auch um politische Streitthemen", sagt Lauer. Das Weinbaugesetz sei sehr liberal. So könnten etwa Weine aus Ayl, die nicht auf der Ayler Kupp angebaut würden, trotzdem die Lagebezeichnung Ayler Kupp tragen. Ein weiteres Beispiel: Die Bezeichnung Scharzberg könne an der gesamten Saar verwendet werden. "Das hat mit realen Flurbezeichnungen nichts zu tun. Für uns sind solche Bezeichnungen Lagenverschleiß. Das verwässert eine Marke."
Lauer baut auf seinen Flächen naturnah an. Er vertraut beim Vergären auf wilde Hefen und verzichtet zudem auf Spritzmittel.
Das Weingut bewirtschaftet etwa acht Hektar Rebfläche - ausschließlich mit Riesling bestockt. Zu den bekanntesten Lagen gehört die Ayler Kupp zwischen Ayl und Biebelhausen. Der Betrieb produziert bis zu 60 000 Flaschen im Jahr. Die Weingüter im Raum Konz- Saarburg haben vergleichbare Größen. Deutschlandweit liegt die durchschnittliche Größe der Verbandsbetriebe bei etwa 25 Hektar.thie
Extra

Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) hat deutschlandweit 198 Mitglieder. 33 davon sind Mitglied im Großen Ring des VDP Mosel-Saar-Ruwer. Gegründet wurde der Verband 1910. Er hat sich drei Aufgaben gestellt: die Pflege der jahrhundertealten Weinkultur in Deutschland, eine stetige Verbesserung der Weinqualität in den Mitgliedsbetrieben und die Förderung eines naturgemäßen Weinbaus. Ein wichtiges Instrument ist die Klassifikation von Lagen. Der VDP unterscheidet in Gutswein, Ortswein, erste Lage und große Lage. Gutsweine stammen aus sämtlichen Lagen eines Guts. Ortsweine stammen aus den Lagen eines bestimmten Ortes, bepflanzt mit gebietstypischen Rebsorten. Die Klassifikation erste Lage wird von den Winzern an Mosel, Saar und Ruwer nicht verwendet. Andere VDP-Mitglieder bezeichnen damit Weine aus besonderen Lagen, in denen nachweislich über lange Zeit Weine von hoher Qualität erzeugt wurden. Mit große Lage kennzeichnen die Winzer Weine von Spitzengewächsen. Die Lagen sind parzellengenau abgegrenzt. Die Bepflanzung ist auf den jeweiligen Weinberg abgestimmt. Weine aus diesen Lagen kosten im Durchschnitt 28 Euro pro Flasche. Mitglieder aus der Verbandsgemeinde Saarburg: Weingut Peter Lauer (Ayl), Schloss Saarstein (Serrig), Dr. Heinz Wagner (Saarburg), Forstmeister Geltz-Zilliken (Saarburg), Dr. Fischer (Ockfen). thie