Von der Mosel-Loreley zum Sandsteinfelsen

Von der Mosel-Loreley zum Sandsteinfelsen

SAARBURG. Mehr als 500 Naturdenkmäler gibt es in der Region, doch die Öffentlichkeit schenkt ihnen nur wenig Beachtung – davon ist Karl-Josef Prüm überzeugt. Der Forstingenieur aus Trier hat es sich zur Aufgabe gemacht, die mitunter lebendigen Zeugen der Vergangenheit aus ihrem Schattendasein herauszuholen.

Die touristische Attraktivität Saarburgs liegt nicht zuletzt in der Historie der Stadt begründet. Der wohl populärste Anziehungspunkt für Reiselustige von nah und fern ist neben der Altstadt die Burg. Außer zahlreichen Bauten mit kulturhistorischer Bedeutung gibt es jedoch eine weitere Art von Denkmälern, zu denen beispielsweise der Wasserfall im Herzen der Stadt Saarburg gehört. Zeitzeugen finden wenig Beachtung

Gemeint sind Naturdenkmäler, die mitunter lebendigen Zeugen längst vergangener Tage. In der Region Trier gibt es über 500 von ihnen, mehr als die Hälfte sind Bäume oder Baumgruppen. Darüber hinaus zählen auch Felsen und andere Landschaftselemente dazu. Allerdings finden Naturdenkmäler im Gegensatz zu von Menschenhand geschaffenen Zeitzeugen in der Öffentlichkeit nur wenig Beachtung - davon ist Karl-Josef Prüm überzeugt. Der Forstingenieur aus Trier hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Naturdenkmäler der Region aus ihrem "Schattendasein" zu holen. Mittel zum Zweck sind seine Dia-Vorträge. Rund 100 Fotos von Objekten aus dem Hunsrück, aus der Eifel und dem Saar-Mosel-Raum hat der 50-Jährige zusammengetragen. Zu sehen sind beeindruckende Landschaften - von der "Mosel-Loreley", einer Felsformation bei Piesport, bis hin zu den Sandsteinfelsen von Kastel-Staadt - ebenso wie einzelne, teils Jahrhunderte alte Bäume. Dazu liefert Prüm, der unter anderem als Baumsachverständiger tätig ist, Erklärungen, beispielsweise zur Entstehungsgeschichte. Was aber macht einen alten Baum wie eine riesige Stieleiche im Saarburger Stadtteil Kahren schützenswert und schließlich zum Naturdenkmal? Laut rheinland-pfälzischem Landespflegegesetz sollen "besonders wertvolle Landschaftselemente und Pflanzenbestände, deren Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen (...) erforderlich ist", der Nachwelt erhalten bleiben. Alltäglich Verstöße gegen Schutzverordnung

Zuständig für die Ausweisung der Naturdenkmäler sind die Landespflegebehörden der Landkreise und der Stadt Trier. Trägt ein Baum, ein Felsen oder ein Wasserfall schließlich das grün umrandete Dreieck mit der Aufschrift "Naturdenkmal", sind Veränderungen an dem geschützten Objekt untersagt. Allerdings: "Verstöße gegen die Schutzverordnungen sind beinahe alltäglich", berichtete Prüm während seines Dia Vortrags im Saarburger "Amüseum". Die Volkshochschule Saarburg hatte zu der Veranstaltung eingeladen. "Ich möchte die Leute mit meinen Vorträgen dazu anregen, sich mit dem Thema ‚Naturdenkmäler' auseinanderzusetzen", erklärte der Forstingenieur im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. "Schließlich sind Naturdenkmäler auch eine gute Werbung für unsere Region."