Von der Welt der Scheine zur Scheinwelt

Von der Welt der Scheine zur Scheinwelt

Auf die Realität folgt die Illusion: Die Volksbank Hochwald-Saarburg hat auf ihrer Vertreterversammlung die Jahresbilanz 2010 vorgelegt und mit einem Magier das 125-jährige Bestehen gefeiert.

Hermeskeil. Der Magier Harry Keaton hat die Lösung für alle Geldprobleme: "Man muss nur den Eingang zur Scheinwelt finden, dort türmt sich das Geld", sagt er und verwandelt in Nullkommanichts einen 50-Euro-Schein in einen Hunderter. "Neues aus der Scheinwelt" so heißt das Programm, mit dem der Zauberer die Vertreter der Mitglieder auf der Versammlung der Volksbank Hochwald-Saarburg in den Bann zog. Denn die Bank begeht in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen und das sollte vor dem offiziellen Festakt im Oktober schon einmal gefeiert werden - mit Zauberkunst und Musik des Duos Sax and Keys.
Vor dem Vergnügen gab es noch ein bisschen Arbeit: "Die Volksbank Hochwald-Saarburg hat ihren Platz als Kreditgenossenschaft im Bankenmarkt gefestigt", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Schäfer.
Das Jahr 2010 lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Mehr Mitglieder und mehr Kredite, weniger Einlagen. Insgesamt habe die Volksbank Hochwald-Saarburg die geplanten Erfolgszahlen nicht ganz erreicht. Die Banker waren mit dem Jahresüberschuss von rund 705 000 Euro dennoch zufrieden und blicken optimistisch in die Zukunft. So stimmten auch die Vertreter der rund 10 000 Mitglieder einstimmig für den Jahresabschluss und den Beschluss zur Gewinnverwendung. Sechs Prozent Dividende werden die Mitglieder auf ihre Anteile an der Genossenschaftsbank bekommen. Auch der Aufsichtsrat wurde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Franz Becker, Herbert Becker, Hans-Peter Kolz und Walter Schneider sind für weitere drei Jahre gewählt.
Nach 26 Jahren im Aufsichtsrat ausscheiden musste dagegen Josef Steuer. Er hat mit seinen 69 Jahren die Wiederwahlgrenze von 68 Jahren überschritten. Da die Volksbank die Anzahl der Aufsichtsrats-Mitglieder reduzieren möchte, wurde Steuers Sitz nicht mehr besetzt. Ohne langwierige Diskussion sprachen sich die Vertreter auch für die Satzungsänderung aus. Das Geschäftsguthaben der ausscheidenden Mitglieder darf nun nur ausbezahlt werden, wenn Vorstand und Aufsichtsrat dem zustimmen. Zuvor erhielten die Mitglieder ihr Geld automatisch zurück.
Die Änderung ist laut Volksbank-Vorstand Alfons Jochem unumgänglich, damit die Bank weiterhin genügend hartes Kernkapital - also das Geld, das die Bank jederzeit zur Verfügung haben muss - besitzt.
Laut einer neuen Bankenrichtlinie zählt das Geschäftsguthaben nur noch dann zum Kernkapital, wenn es nicht automatisch an die ausscheidenden Mitglieder zurückfließt. Ohne diese Satzungsänderung könne die Volksbank wesentlich weniger Kredite verteilen, so Jochem. Vorstand Werner Dellwing versicherte jedoch, dass es nicht zu einer Kreditklemme kommen werde. hsc

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