Von fünf Sängern, die wie zehn klingen
Saarburg · Six&Four heißt eine Formation aus Essen, die den Kulturtagen des Landkreises an historischer Stätte eine besondere Stimmung verliehen hat. Rund 60 Zuhörer haben dort, wo noch vor kurzem die Jubiläumsglocke von Saarburg gegossen wurde, Rock, Jazz und auch ein Volkslied völlig neu erlebt.
Saarburg. Der Name Six&Four (übersetzt: sechs und vier) verwirrt erst mal. Fünf Sänger, die wie zehn klingen? Doch wie das funktioniert, wird schnell klar, wenn die Formation aus Essen zart ihre Stimmen erhebt.
In der Kulturgießerei Saarburg hat das Gastspiel im Rahmen der Kulturtage des Kreises Trier-Saarburg gezeigt, dass vier Sänger einem Solisten das stimmliche Fundament liefern können.
Alle fünf Musiker haben an der Essener Folkwang-Universität studiert, und sich dort auch kennengelernt. Im Jahre 2011 gründeten sie dann ihre Formation.
Von der Stadt Saarburg waren die Sänger gleich beeindruckt. "Das ist sehr schön hier und so gemütlich", findet Mezzosopranistin Marie Daniels.
Und von der Akustik des historischen Raumes der Glockengießerei sind alle beeindruckt. Berühmte Titel aus Jazz und Pop, aber auch das Volkslied "Königskinder" erlebten die rund 60 Zuhörer neu. "Human Nature" von Michael Jackson, "Fragile" von Sting, "Get here" von Oleta Adams und irische Volkslieder, alles klingt nach einer Band mit einer Stimme, ohne dass ein Mikrofon oder ein Verstärker im Spiel wäre.
"Wir brauchen keine Beat-Box und auch keine anderen Effekte", sagt Tenor Peter Jensen, der auch die Arrangements für die Gruppe schreibt. Auch Notenständer stören das Bild nicht. Ein Zettel auf dem Boden mit der Reihenfolge der Titel genügt.
Wer solo singt, steht meist vorne. Die anderen singen das "Fundament", klingen oft wie eine Band - nur durch ihre Stimmen. Teilweise entsteht eine fast sakrale Stimmung in der Gießhalle, dort, wo vor wenigen Tagen erst die Saarburger Jubiläumsglocke entstand. "Das sind sehr harmonische Melodien", freut sich Chumsook Hess aus Saarburg, die den Sängern in der ersten Reihe andächtig lauscht. Die Wirkung dieser Musik sei sowohl anregend als auch beruhigend.
Urlauber Raimund Schäfer aus dem Ruhgebiet ist selbst Chorsänger und findet nicht nur das Ambiente toll: "Jede einzelne Stimme hebt sich von der anderen gut ab und die Solisten werden besonders in den Vordergrund gerückt."