Von klein auf im Wingert zuhause

Anne Simon aus Ockfen greift zur Krone. Neben drei weiteren Bewerberinnen aus Oberemmel, Kanzem und Ockfen kandidiert die 21-Jährige für das Amt der Saar-Obermosel-Weinkönigin. Am Samstag gegen 20 Uhr wird entschieden sein, ob sie oder eine der übrigen Anwärterinnen das Rennen gemacht hat.

Ockfen. An ihre erste Berührung mit Wein erinnert sich Anne Simon noch ganz genau. "Mein Opa war Kellermeister bei der Staatlichen Weinbaudomäne in Serrig, meine Oma Wingertsfrau. Bis ich sieben Jahre alt war, hatten meine Großeltern noch Weinberge in Ockfen, und da bin ich mit hin." Natürlich noch nicht zur Lese, wie sie betont - die Berührung mit den Trauben hat Anne Simon damals auf ihre Art gesucht: "Ich erinnere mich noch gut, dass ich in der Bütte gestanden habe und die Trauben barfuß zertreten habe."

Einige Jahre später dann hat sie den Umgang mit Wein "von der Rebe auf" gelernt. "Ungefähr ab meinem elften Lebensjahr bin ich ein paar Jahre lang in den Herbstferien immer mit zur Weinlese in den ,Bockstein' hier in Ockfen gegangen. Ich fand das schön, mir die Gummistiefel anzuziehen, ein Kopftuch umzubinden und mit dem Eimer und der Schere in der Hand im Wingert zu stehen - zumal viele meiner Freundinnen das auch gemacht haben."

Ans Weintrinken habe sie ihr Onkel herangeführt. "Der hat zwar beruflich nichts mit Wein zu tun, kennt sich aber sehr gut aus und hat mir eine Menge über das Erkennen und Genießen beigebracht", erzählt die 21-Jährige.

So sei sie - anders als viele in ihrem Alter - auch zur Weinliebhaberin geworden. "Die meisten meiner Freunde trinken auf Festen Bier. Ich mag das nicht besonders und bevorzuge Wein. Es sieht auch einfach viel stilvoller und edler aus, mit einem Weinglas am Stand zu stehen", findet sie.

Auf die Frage, was Wein für sie bedeutet, antwortet die angehende Steuerfach-Angestellte "wie aus der Pistole geschossen": "Geselligkeit und Lebensfreude". Beides Dinge, die in ihrem Leben wichtig sind und die bei der Entscheidung, als Saar-Obermosel-Weinkönigin zu kandidieren, eine Rolle gespielt haben. "Viele haben zu mir gesagt, dieses Amt würde sehr gut zu mir passen, weil ich sehr offen und lebensfroh bin, immer gut gelaunt und sehr gerne neue Leute kennenlerne."

Das "Herumkommen", Erfahrung sammeln und Kennenlernen neuer Menschen mache für sie den größten Reiz an diesem Amt aus. Und wenn es mit der Krone nicht klappen sollte? "Dann wäre ich ja in jedem Fall eine von drei Prinzessinnen. Das ist zum Lernen vielleicht ohnehin erstmal besser."

Am Samstag, 16. August, 17 Uhr, ist die Wahl in Nittel, im Hotel Mühlengarten.