Von Züsch zurück in die Heimat
Zurück in die Heimat zieht es Pfarrer Peter Sorg. Nach fünf Jahren verlässt der evangelische Geistliche die Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch, um in Saarbrücken als Krankenhaus-Seelsorger tätig zu sein.
Züsch. 18 Jahre lang machte Peter Sorg in Saarbrücken "City-Kirchenarbeit mit allem, was dazugehört", bevor er 2002 in den Hochwald kam und Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch wurde (siehe Hintergrund). Nun wird der heute 52-Jährige in die saarländische Landeshauptstadt zurückkehren. Sein neuer Arbeitsplatz ist ab dem 1. Januar 2008 das "Klinikum Saarbrücken", wo er die Krankenhaus-Seelsorge übernimmt. "Ich freue mich auf diese neue Aufgabe", betont Sorg. Denn schon vor mehreren Jahren habe er sich dafür speziell qualifiziert. "Außerdem lag auch als Gemeindepfarrer der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Seelsorge." Ganz leicht fällt ihm der Abschied aber nicht. Die Zeit im Hochwald hat Spuren hinterlassen. "Wir haben viele Menschen kennen gelernt, denen man sich sehr verbunden weiß, und es gibt viele Dinge, die man nur schweren Herzens verlässt", betont der Geistliche. "Ökumene hat an vielen Stellen gut funktioniert"
Der Ökumene-Beauftragte des Kirchenkreises Trier nimmt als Erfahrung auch das gute Verhältnis mit, das evangelische und katholische Gemeinde mit Pastor Clemens Grünebach in Züsch pflegten. "Die Ökumene hat an vielen Stellen gut funktioniert, auch wenn es auf beiden Seiten immer wieder Betonköpfe gibt", blickt Sorg kritisch zurück. Wichtig sei ihm bei seiner Arbeit auch die Rolle als "guter Gastgeber" gewesen. Sorg vertritt nämlich die Philosophie, "dass der Gottesdienst keine Busfahrt sein sollte, bei der man einsteigt und nach einer Stunde läuft alles sofort wieder auseinander". Deshalb deckte er mehr als einmal nach der Kirche im Züscher Pfarrhaus den Tisch und schwang für die Besucher den Kochlöffel.Kurz vor dem Wechsel nach Saarbrücken stand schließlich für Sorg ein Termin, der in der Geschichte von Züsch eine Zäsur bedeutet. Im Hochwaldort ging die Zeit der konfessionell getrennten Begräbnisstätten zu Ende, vor kurzem wurde die Übergabe des evangelischen Friedhofs an die Zivilkommune offiziell besiegelt. (der TV berichtete). "Es hat mir schon sehr daran gelegen, diese Sache noch zum Abschluss zu bringen", betont der 52-Jährige.Doch wer wird ihm als Pfarrer in Züsch nachfolgen? Diese Frage ist derzeit noch offen und hängt laut Sorg mit einem "Umstrukturierungsprozess im Kirchenkreis" zusammen. Fest steht nur, dass sich die 1200 Gemeindemitglieder zunächst auf eine Vakanz einstellen müssen, bevor Presbyterium und die Leitung des Kirchenkreises im Frühjahr 2008 diese Personalie klären wollen. "Eins kann man aber jetzt schon sagen: Eine volle Stelle wird es nicht mehr sein", prognostiziert Sorg. Seinen Abschiedsgottesdienst hält Sorg am 16. Dezember, 14 Uhr, in der evangelischen Kirche in Züsch. Kirchengemeinde Hermeskeil/Züsch Bei der evangelischen Kirchengemeinde Hermeskeil/Züsch handelt es sich um eine fusionierte Kirchengemeinde mit bislang zwei vollen Pfarrstellen. Zum Zusammenschluss kam es im Jahr 1998. Der Bereich Hermeskeil mit rund 1400 Gemeindemitgliedern umfasst die Stadt und den nördlichen Teil der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil sowie den östlichen Teil der VG Kell. Das Pfarramt nimmt dort Heike Diederich wahr. Im Wirkungskreis des scheidenden Pfarrers Peter Sorg gibt es rund 1200 Gläubige. Zu ihm gehören auf rheinland-pfälzischer Seite die Dörfer Züsch, Damflos, Neuhütten und Muhl (insgesamt 400 Protestanten) sowie die saarländische Großgemeinde Nonnweiler mit Ausnahme des Ortsteils Schwarzenbach.