Vorfall in Schulbus zwischen Nittel und Wellen - Firma entschuldigt sich bei Eltern und zieht Fahrer von Linie ab

Verkehr : Vorfall im Bus von Wellen nach Nittel: Firma zieht Fahrer von Linie ab

Eine Busfirma korrigiert wegen Reaktionen auf einen TV-Bericht ihre Darstellung von Vorfällen zwischen Nittel und Wellen. Arbeitsrechtliche Schritte werden geprüft.

Das Unternehmen Saargau Linie On Tour zieht nach einem TV-Bericht über Handgreiflichlichkeiten in einem Schulbus einen ihrer Fahrer von der Linie zwischen Wellen und Nittel ab. Die Firma denke zudem über arbeitsrechtliche Konsequenzen nach, sagt Unternehmenssprecher Patrick von Krienke am Freitag im Gespräch mit dem Volksfreund.

Der Hintergrund dieser Entscheidung sind zwei Vorfälle mit dem Fahrer auf dem Weg von Wellen zur Grundschule Nittel, über die der Volksfreund berichtet hat. Eltern hatten beklagt, dass der Fahrer Kinder an Armen und Rucksäcken vom hinteren Teil des Busses nach vorne gezerrt habe. Außerdem soll er laut den Eltern während der Fahrt Fotos von Kindern gemacht haben. Das Unternehmen hatte angegeben, dass der Fahrer niemals Kinder angefasst habe und dass das Fahrzeug bei den Fotos gestanden habe. Die Verkehrssicherheit sei nicht gefährdet gewesen. Trotzdem habe das Unternehmen den Fahrer ermahnt und darauf hingewiesen, dass er keine Fotos von Fahrgästen machen dürfe – auch nicht wenn er damit offensichtliches Fehlverhalten von Kindern dokumentieren wolle.

Von dieser Version weicht Pressesprecher von Krienke nun ab. „Wir waren sehr überrascht angesichts der heftigen Reaktionen der Eltern auf unsere Stellungnahme“, sagt von Krienke. Deshalb habe das Unternehmen ein zweites Personalgespräch mit dem Fahrer geführt. In diesem Gespräch sei der Mann von seiner ursprünglichen Version abgewichen. Ob er beim ersten Gespräch absichtlich gelogen habe oder ob es andere Gründe dafür gebe, werde noch untersucht. Das Unternehmen, das sich ursprünglich hinter seinen Mitarbeiter gestellt hatte, prüft nun laut von Krienke mit Juristen mögliche arbeitsrechtliche Schritte.

Zwischenzeitlich hat eine weitere Mutter am Freitagmorgen mit dem TV telefoniert und die Darstellung der Eltern bestätigt. Vater Jürgen Beck, einer der Beschwerdeführer aus Wellen, sagt im Gespräch mit dem TV, dass sich die Geschäftsführerin des Unternehmens persönlich bei den Eltern entschuldigt habe.

Nicht nur dafür lobt er die Firma, sondern auch für deren Pläne, mit der Grundschule eine sogenannte Busschule zu organisieren, bei der den Kindern das richtige Verhalten im Bus beigebracht werden soll. Auch das Angebot des Unternehmens, dass die Eltern mit dem Schulbus mitfahren dürften, begrüßt er. Er werde es gerne annehmen.

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