Vorsicht, Steuerfahndung!

Hermeskeil · Rund 150 Zuschauer haben die Erkenntnisse von Harald von Schwarzschieber, seines Zeichens Steuerfahnder, in der Hochwaldhalle verfolgt. Der gebürtige Hermeskeiler Frank Astor zeigt Seminarkabarett zum Durchblicken und Schieflachen. Und er verrät, warum er Nichtraucher für Steuerhinterzieher hält.

Ein Lied über das Lachen und Fröhlichsein hat Frank Astor auch in seinem Programm „Geld.Macht.Glücklich!“ TV-Foto: Herbert Thormeyer

Hermeskeil. Da kommt so ein typischer Beamter in den Saal: Im Trenchcoat und nachhaltig genutzter Aktentasche unterm Arm. "Gestatten, mein Name ist Harald von Schwarzschieber, Steuerfahnder", so stellt sich Kabarettist Frank Astor seinem rund 150-köpfigen Publikum in der Hochwaldhalle vor, für die er von den Organisatoren des Kulturherbstes gebucht wurde.
Finanzen und Gitarre


Grauer Anzug, Fliege und schelmischer Blick, ein einsamer Barhocker, eine Gitarre, mehr braucht der gebürtige Hermeskeiler nicht, der auf vielen Bühnen der Republik Erfolge feiert.
Sein Thema: Die Finanzen. Sein Stil: Der härteste Hund des Finanzamtes. Sein Ziel: "Lachen ist der schönste Weg zur Selbsterkenntnis."
Es sieht richtig echt aus, das Formular "Anlage OWS (ohne Wolfgang Schäuble)" - die Steuerhinterziehungserklärung, die Astor schon mal vorsorglich im Publikum verteilt. Einmal aufgezählt, staunt der geneigte Zuhörer, wie viele Steuerarten es gibt. Die Fantasie der Steuererfinder scheint grenzenlos zu sein.
Skurrile Theorien werden vorgetragen: "Mit genügend Steuerfahndern landet die gesamte Anhängerschaft der AfD im Knast." Oder: "In einem Raucherleben werden durch die Tabaksteuer 17 Kitas finanziert." Folglich sind Nichtraucher Steuerhinterzieher. Astor spricht sich auch in Richtung Berliner Koalition für "Betreutes Regieren" aus. "Recht hat er mit den vielen Steuern", meint Uschi (62) aus Hermeskeil. Das Programm sei lustig, obwohl es ein ernstes Thema ist.
Jörg Malburg (51) aus Damflos erlebt einen wunderbaren Abend: "Ich versteh\' das Thema nur zu gut." doth