Vorteilhafter "Kurzschluss"

Wenn die RWE schon einmal Gräben für den Strom zieht, könnte die Telekom gleich ihre DSL-Kabel mitverlegen. Mit dieser Idee ist die Verbandsgemeindeverwaltung in Gespräche mit der Telekom gegangen. Das grobe Gerüst für die Kooperation steht.

Feinarbeit: Die Telekom-Techniker Hans-Jürgen Lorig (links) und Franz-Josef Thömmes schweißen in einem Montagezelt in der Nähe des Schulzentrums Konz Glasfaserleitungen für schnelles DSL zusammen.TV-Foto: Klaus D. Jaspers

Konz. Das Vorhaben der RWE, einen großen Teil der oberirdischen Stromleitungen unter die Erde zu bringen (der TV berichtete), rief die Spitzen der Konzer Verbandsgemeindeverwaltung und einige Ortsvorsteher auf den Plan. Sie erkannten sehr schnell, dass die Arbeiten im Auftrag der RWE Chancen für Synergie-Effekte bringen könnten, wenn Strom- und Datenkabel in einen gemeinsamen Kanal gebettet würden. Das erspart Arbeit und Kosten.

Die Kommunalpolitik lud die Wirtschaft zum Gespräch. Das Ergebnis: eine grundsätzliche Bereitschaft zur Kooperation. Die sieht, so erläutern Bürgermeister Karl-Heinz Frieden und VG-Beigeordneter Joachim Weber sowie Mitarbeiter der Konzer Verwaltung, in groben Umrissen so aus: Die Telekom unterbreitet den Gemeinden und der Stadt Konz Angebote, die sich unter anderem an den räumlich-technischen Möglichkeiten, den anteiligen Kosten für die Mitbenutzung des Kabelkanals und der Zahl der festvertraglich gebundenen Nutzer orientieren. Dabei können durchaus beträchtliche Summen zustande kommen, die sich jedoch schnell relativieren, denn: Für jeden Vertrag mit einer fest definierten Laufzeit erhält die Kommune eine Gutschrift, welche die ihr in Rechnung gestellte Installationssumme reduziert.

Angebote der Telekom in den kommenden Monaten



Je mehr DSL-Kunden für die einzelnen Installationsbezirke zusammenkommen, desto geringer werden die von der Kommune zu zahlenden Einrichtungskosten - im Idealfall würde die Summe der Gutschriften die Einrichtungskosten voll egalisieren. Sind weniger Interessenten an schnellen DSL-Verbindungen vorhanden, trägt die Kommune die nicht gedeckten Kosten. Fazit: Der einzelne Nutzer bezahlt lediglich seine normalen DSL-Gebühren.

Frieden rechnet mit konkreten Angeboten der Telekom in den nächsten ein bis drei Monaten; in den darauf folgenden Ratssitzungen könnten die Angebote auf Wirtschaftlichkeit geprüft und beraten werden. Nach Abschluss der Verträge verpflichtet sich die Telekom, die Infrastruktur innerhalb eines Jahres herzustellen. In den Stadtteilen Oberemmel und dem Tälchen sind die Leerrohre weitgehend verlegt, so dass hier mit einer schnelleren Realisierung gerechnet werden kann.

Was zunächst einfach zu sein scheint, hat jedoch auch in einigen Bereichen Klärungsbedarf: Ob sich alle Orte in der VG auf diese Weise vernetzen lassen oder doch teilweise auf Funkstrecken aufgebaut werden müssen und ob weitere Ausschreibungen nötig sind ist offen. Trotz dieser Unwägbarkeiten sind Frieden, Weber sowie alle Mit-Initiatoren und Mitarbeiter mit dem Erreichten zufrieden. Ihr Kommentar: "Es zeichnen sich klare Horizonte ab."