Wagner, Schuhplattler und Märsche: Siebte Ausgabe der Saarburger Serenaden

Wagner, Schuhplattler und Märsche: Siebte Ausgabe der Saarburger Serenaden

Die siebte Ausgabe der Saarburger Serenaden hat begonnen. Fast 80 junge Musikstudenten treten in Saarburg und Umgebung in Konzerten auf, deren Programme sie sich zusammen mit 25 Musikprofessoren erst kurz zuvor erarbeitet haben. Zwei Wochen sind acht Musiker aus acht Nationen zu Gast. Gespielt werden Stücke, die nur selten aufgeführt werden.

Saarburg. Nein, leicht macht es Festivalleiter Semyon Rozin den Studenten, die an der siebten Auflage der Saarburger Serenaden teilnehmen, bestimmt nicht. Er sagt: "Ich sammle seit Jahrzehnten Stücke, die selten oder vielleicht noch nie aufgeführt wurden." Mit dieser Musik müssen sich derzeit fast 80 junge Studenten aus acht Nationen, darunter auffallend viele Asiaten, auseinandersetzen. Da bekommen die Zuhörer schon mal eine Uraufführung zu hören, ohne es zu ahnen.
Jetzt hat sich beim Mittwochskonzert des Musikvereins Saarburg-Beurig eine zwölfköpfige Gruppe Hornisten aus Singapur vorgestellt und für die weiteren Konzerte musikalisch auf dem Boemundhof geworben (siehe Extra). Was da unter der Leitung von Sin-Kwong Hon geboten wurde, hörte sich ganz und gar nicht asiatisch an. Stücke von Wagner, ein Schuhplattler und sogar den Radetzkymarsch haben die Musiker einstudiert. Die rund 200 Zuhörer waren begeistert. Bis in die Tiefen des Saarlandes haben sich die Saarburger Serenaden mittlerweile herumgesprochen. Volker Jenal, ein Musiklehrer aus Saarlouis, findet: "Dafür, dass die hier zum ersten Mal zusammenspielen, machen sie das gut."
Arbeitsreiche Wochen


Festivalleiter Rozin sucht die Dozenten aus, die Dozenten suchen die Studenten aus, so läuft das System dieser für die Teilnehmer arbeitsreichen Wochen. Die Studenten zahlen den Probenaufenthalt in der Regel selber oder erhalten Unterstützung durch Stipendien. "Rund 100 haben sich mit Tonaufnahmen beworben, 80 haben wir genommen", sagt der erfahrene Dirigent und Kammermusiker der Musikhochschule Köln. Rozin hatte Saarburg vor sieben Jahren als Ort seiner Studienwochen ausgewählt, weil ihm die Kulisse der Stadt so gut gefallen hat.
Was die jungen Hornisten auf dem Boemundhof boten, waren die einzigen bekannten Stücke der Serenaden. Rozins Ziel ist ansonsten aber: "Ich will verhindern, dass irgendetwas nachgespielt wird. Die jungen Leute sollen ihre eigene musikalische Sprache finden." Dazu wurde zu Hause sechs Wochen lang geprobt. Aber jetzt, in Saarburg, muss zusammengespielt werden und zwar mit Leuten, die man noch nie zuvor gesehen hat. "Die Dozenten stehen übrigens vor demselben Problem und lernen hier viel dazu", sagt der Festivalleiter.
Das bestätigt Professor Scott Smith von der Universität in Ohio, USA. Er meint: "Es ist wichtig für mich, in Europa zu spielen, einem der Ursprungsländer der klassischen Musik." Hier sei auch das Publikum auf höchstem Niveau. Klarinettistin Joanna Birchfield aus Texas sagt: "Es ist gut, mit Leuten aus anderen Kulturen zu spielen."
Dass auch Amateurmusiker gut sein können, bewies das Jugendorchester des Musikvereins Saarburg-Beurig unter der Leitung von Florian Weber (23). Das Orchester widmete sich dem Werk der Band Coldplay und spielte Heavy Metal. Volker Biewer leitete den imposanten Klangkörper des Hauptorchesters mit rund 70 Musikern. Zu hören gab es Filmmusik von "König der Löwen", Stücke von Pur sowie "Music" von John Miles. Der US-Cellist Thomas Adkins, der jetzt mit den anderen Musikern noch zahlreiche Einsätze in Saarburg vor sich hat, sagte: "Die spielen schön ausgewogen und richtig professionell." dothExtra

Samstag, 23. Juli, 19.30 Uhr: St. Laurentiuskirche Saarburg; Sonntag, 24. Juli, 19.30 Uhr: Bettinger Mühle Open Air in Schmelz (Saarland); Dienstag, 26. Juli, 19.30 Uhr: Bürgerhaus Winzerkeller Irsch; Mittwoch, 27. Juli, 19.30 Uhr: Cloef-Atrium Orscholz (Saarland); Donnerstag, 28. Juli, 19.30 Uhr: Stadthalle Saarburg; Freitag, 29. Juli, 19.30 Uhr: Kulturgießerei Saarburg; Samstag, 30. Juli, 19.30 Uhr: Abschlusskonzert Stadthalle Saarburg. doth

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