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Wald-Jugendspiele in Trassem: Der Forst als Klassenzimmer

Wald-Jugendspiele in Trassem: Der Forst als Klassenzimmer

25 000 Kinder haben bisher an den Wald-Jugendspielen teilgenommen. Dabei lernen die Schüler viel über den Wald und messen sich in verschiedenen Disziplinen.

Nele Machhaus schaut sich das kleine Pflänzchen ganz genau an. Die Neunjährige aus Wiltingen ist eine von 1150 Schülern, die an der 24. Auflage der Wald-Jugendspiele in Trassem teilgenommen haben. Sie kommt zu dem Schluss: "Ja, das wird eine ganz große Buche."

Neles Lehrer, Nicolas Frey, hat mit seinen Schülern geübt: "Wir haben eine Waldwerkstatt mit 15 Stationen aufgebaut."
Nico Kleber aus Serrig weiß nach zwölf Stationen: "Förster müssen den Wald nachhaltig pflegen." Der Neunjährige erklärt auch, was das bedeutet: "Man darf nie mehr Bäume fällen als nachwachsen." Er werde nie wieder einen Ast abknicken, weil der Baum ja ein Lebewesen ist.

Seit 1982 gibt es Wald-Jugendspiele in Rheinland-Pfalz. Im nächsten Jahr gibt es in Trassem mit der 25. Auflage ein Jubiläum zu feiern. "Die Zahl von 25 000 Teilnehmern haben wir aber schon heute geknackt", sagt der Leiter der Veranstaltung, Dietmar Schwarz, der beim Forstamt Saarburg für Umweltbildung zuständig ist, mit Stolz. "Der Wald ist auch ein Lernziel der dritten Klassen in Rheinland-Pfalz", sagt der stellvertretende Leiter des Forstamtes, Peter Schmitt. Mit Vorwissen können an den Stationen noch viele Punkte mehr gesammelt werden.

Der Erlebnistag wirke ebenfalls nachhaltig, erklärt Dietmar Schwarz: "Viele der heutigen Eltern der Teilnehmer waren vor mehr als 20 Jahren schon als Kind dabei und haben nur die besten Erinnerungen daran." Jedes Kind soll in seiner Schulzeit einmal einen solchen Tag erleben dürfen, sei das Ziel von Landesforsten.

"Klassen dürfen auch jederzeit ihren örtlichen Förster ansprechen, um die Natur erklärt zu bekommen", ergänzt Schmitt, denn es muss nicht bei einem Tag im Jahr bleiben.

Drei Themenfelder werden abgefragt: Die Tiere im Wald, Bäume und kleinere Pflanzen und die Funktion des Waldes.
Mit Spielen werden die Kinder motiviert. Beim Holzstapelspiel werden zum Beispiel Hölzer auf Zeit transportiert. Es müssen an kleinen Setzlingen die großen Bäume erkannt werden - und mit Hilfe eines Stockes kann man sogar ausrechnen, wie hoch der Baum ist.

Was die Kinder lernen, ist, dass die Nutzung des Waldes durch den Menschen wichtig ist. "Einen Kubikmeter Holz verbraucht jeder Deutsche pro Jahr", rechnet Dietmar Schwarz vor. Deutsche Wälder können aber nur die Hälfte liefern. Wenn diese Hälfte auch nicht zur Verfügung stehen würde, müssten Wälder in anderen Ländern "leer gekauft" werden, so groß ist der deutsche Hunger nach Holz.

Aus Wald kann aber auch Kunst entstehen. Die höchste Punktzahl errang dabei die Klasse 3 der Grundschule Serrig mit dem Modell eines Naturabenteuerplatzes, gestaltet mit Materialien aus dem Wald. Ein Hochsitz, ein Barfußpfad, ein Weiher, Schaukel, Rutschen und sogar eine Seilbahn wurden aufgebaut.

Jährlich nehmen landesweit 17 000 Schüler an den Wald-Jugendspielen teil. "Dabei erkennen Kinder die Zusammenhänge in der Natur und entwickeln Umweltbewusstsein", sagt Forstministerin Ulrike Höfken.Extra: DIE SIEGER DER WALD-JUGENDSPIELE

Wald-Jugendspiele der 6. und 7. Klassen
1. Platz: Gymnasium Saarburg, Klasse 6 e 793 Punkte; 2. Platz: Realschule plus FOS Konz, Klasse 7 b 791 Punkte; 3. Platz: Schengen Lyzeum Perl, Klasse 7 d 790 Punkte

Wald-Kunst der 6. und 7. Klassen
1. Platz: Realschule plus FOS Konz, Klasse 7 b 90 Punkte; 2. Platz: Grund- und Hauptschule Propstey Taben, Klasse 7 gleichauf mit Gymnasium Saarburg, Klasse 6

Kreativwettbewerb der 3. Klassen
1. Platz: Grundschule Serrig, Klasse 3 96 Punkte; 2. Platz: Grundschule St. Marien Nittel, Klasse 3 b 78 Punkte; 3. Platz: Grundschule St. Marien Nittel, Klasse 3a 77 Punkte

Wald-Jugendspiele der 3. Klassen
1.Platz: Grundschule Serrig, Klasse 3 mit 828 Punkten; 2.Platz: Grundschule Mandern-Waldweiler, Klasse 3 mit 815 Punkten 3.Platz: Grundschule St. Johann Konz, Klasse 3a mit 797 Punkten