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Waldweiler hat in der ersten Runde des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ Platz eins in der Sonderklasse belegt.

Dorferneuerung : Mit Dorfcafé und viel Grün an die Spitze

Waldweiler hat in der ersten Runde des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ Platz eins in der Sonderklasse belegt. Am Dienstag war die Kreisjury gemeinsam mit interessierten Bürger im Ort unterwegs. Zwei Projekte lobten die Fachleute besonders.

Es ist erst drei Jahre her, dass sich die Experten für den Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Waldweiler umgeschaut haben. Nach der Teilnahme 2015 habe man sich „kurz vor Toresschluss“ entschieden, in diesem Jahr erneut an den Start zu gehen, erklärt Ortsbürgermeister Manfred Rauber, als er die Jury am Dienstagnachmittag vor der Teufelskopfhalle begrüßt. Seit 2015 habe sich im Dorf „sehr viel getan“, wovon man die Prüfer beim etwa anderthalbstündigen Rundgang überzeugen wolle.

In dieser Woche startete die erste Stufe des Landeswettbewerbs 2018, zu der im Kreis Trier-Saarburg insgesamt sechs Gemeinden in der Haupt- und Sonderklasse angetreten sind (siehe Info). In der Sonderklasse werden Dörfer wie Waldweiler bewertet, die schon einmal erfolgreich waren.

Los geht die Tour im Dorfpark, der 2013 umgestaltet wurde und mit Spielplatz, Kneipp-Anlage und Naturlehrpfad als Treffpunkt für alle Generationen dient. Neu ist laut Rauber der Start zur Traumschleife Hochwald-Acht, die „sehr gut angenommen“ werde. Martin Alten, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See, informiert über die geplante Fortsetzung der Renaturierung des Burkelsbachs, der durch den Park fließt.

Bei dem Wettbewerb gehe es nicht um „viele schöne Häuser mit Sprossenfenstern“, erklärt Prüfer Joachim Maierhofer, bei der Kreisverwaltung Trier-Saaburg zuständig für Dorferneuerung. „Es geht darum, dass die Bürger und politischen Vertreter ihr Dorf nach gemeinsamen Vorstellungen weiterentwickeln.“ Er schaue deshalb vor allem auf Zukunftskonzepte. Die drei Kollegen richteten ihr Augenmerk auf bürgerschaftliches Engagement, die bauliche Gestaltung und die Einbindung des Dorfes in die Landschaft.

Am Feuerwehrhaus legt der Tross einen Stopp ein. Dort startet bald ein Großprojekt der nächsten zwei Jahre: der Ausbau der Ortsdurchfahrt. Hier will die Gemeinde die Weichen stellen, um laut Rauber den Wald, der ja Bestandteil des Ortsnamens Waldweiler sei, zum prägenden Element im Ortsbild zu machen. „Wir wollen ganz viel Grün entlang der Straße pflanzen.“ Bis zu 120 Bäume könnten es laut Planerin Rosa Vollmuth werden. Sie unterstützt die Gemeinde als Dorfmoderatorin und hilft bei der Beteiligung der Bürger. „Wir wollen die Anlieger motivieren, auf jedem Grundstück mindestens einen Baum zu pflanzen.“

Die Idee aus der Bürgerschaft soll über Landeszuschüsse finanziert werden. Waldweiler ist seit 2016 Schwerpunkgemeinde der Dorferneuerung und wird daher besonders gefördert. Laut Ortschef will der Heimatverein älteren Anliegern beim Pflanzen und Pflegen der Bäume helfen. Demnächst werde es eine Nachbarschaftkonferenz geben, bei der die Hauseigentümer in kleinen Gruppen über ihren Beitrag zum Begrünungskonzept für die Hauptstraße sprechen könnten. Bislang ist Vollmuth mit dem Einsatz der Bürger sehr zufrieden: „Etwa 150 haben sich schon eingebracht. Wer kommt, ist sehr engagiert.“

Bei dem Rundgang sind viele Vereinsvertreter dabei, die der Jury Details zum Vereins- und Dorfleben zuflüstern. Auch interessierte Bürger schließen sich der Gruppe an. „Ich finde es toll, wie sich der Ort entwickelt. Vor allem die alte Schule wird ein sehr schöner neuer Treffpunkt“, lobt Helga Ternes. Das denkmalgeschützte ehemalige Schulgebäude wird zum Wohnhaus mit Dorfcafé, Gemeinderäumen und Festplatz umgestaltet. Bei der Gestaltung des Außengeländes haben die Bürger ihre Ideen ebenfalls eingebracht. Die Arbeiten sind laut Rauber fast abgeschlossen, spätestens im Oktober soll die Einweihung gefeiert werden. Ein Betreiber für das Café werde noch gesucht, es könne ein Privatmann sein oder auch eine Genossenschaft wie in Mandern.

Mehr Grün entlang der Hauptstraße: Über diese Idee aus der Dorfmoderation können sich die Teilnehmer der Dorfbegehung in Waldweiler an einer Infotafel schlau machen. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber
Fast abgeschlossen ist der Umbau der ehemaligen Grundschule in Waldweiler, von der sich die Kreisjury ebenfalls ein Bild machte. Die Einweihung der neuen Räume mit Dorfcafé soll spätestens im Oktober gefeiert werden. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Zum Abschlussgespräch versammelt sich die Gruppe in der Simons Mühle. Mehrere Jurymitglieder loben das Projekt Schule. „So einen Treffpunkt braucht jede Gemeinde“, findet Joachim Maierhofer. „Prima“ finde er auch die Herangehensweise beim Straßenausbau: „Ihr seid da noch am Anfang, aber ihr nutzt die Möglichkeiten als Schweprunktgemeinde brutal aus.“ Cornelia Strupp stellt fest: „Hier werden große Projekte angepackt unter sehr effizienter Bürgerbeteiligung.“ Schon am Tag nach der Ortsbegehung verkündet die Jury ihr Urteil: Waldweiler siegt in der Sonderklasse und ist damit für den Gebietsentscheid qualifiziert, der am 22. Mai startet.