Waldweiler prescht vor

Die Planung für Betreutes Wohnen in der Alten Schule soll nach dem Willen der Ortsvertreter der Architekt Franz Niespor aus Wahlenau übernehmen. Auch bei den drei Windrädern, die auf den Teufelskopf gestellt werden sollen, prescht Waldweiler voran. Nach dem letzten Gutachten über das Vorkommen der Mopsfledermaus soll beim Kreis der Bauantrag gestellt werden.

Waldweiler. "In letzter Zeit gab es Turbulenzen und Gerüchte. Deshalb wird die Windkraft wieder öffentlich behandelt", leitet der Waldweiler Ortsbürgermeister Manfred Rauber die jüngste Sitzung des Ortsgemeinderates ein. Vom Vertragspartner Juwi erklären Projektmanager Stefan Kuczera und Regionaldirektor Andreas Adams die hohe erwartete Effektivität des Teufelkopfes als Standort von drei Windrädern, die jedes 100 000 Euro pro Jahr für den Ort bringen können. "0,4 Prozent der 533 Hektar Wald werden für den Bau der Anlagen gebraucht, insgesamt 2,7 Hektar", rechnet Kuczera vor. Die Räder entwickeln höchstens 42 Dezibel Geräusch. Da sei die B 407 lauter. Ein Schattenwurf könne in zehn bis 20 Stunden pro Jahr auftreten. "Selbst zeitweise Abschaltungen für die Fledermäuse bringt nur vier Prozent Verlust", zeigt der Juwi-Ingenieur mit einer Grafik.
Der Rat beschloss vorsorglich, einen Bauantrag bei der Kreisverwaltung zu stellen. "Dieser kann frühestens im Februar eingereicht werden, da die Nachforschungen über die Mopsfledermaus noch nicht ganz abgeschlossen sind", sagt Rauber. Durch den Bau von vier Rädern auf dem Gebiet der Gemeinde Weiskirchen stehe die Infrastruktur, die für den Bau nötig sei, bereits zu 50 Prozent, einschließlich Leerrohre und Umspannwerk.
"Alle Gutachten liegen vor. Wir haben nicht nur den besten Standort auf dem Teufelskopf, sondern sind in der Planung auch am weitesten fortgeschritten", unterstreicht der Ortschef, bedauert aber, dass die Nachbargemeinden Kell, Mandern und Schillingen gegen den Standort seien: "Wir sind zur Zusammenarbeit mit der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) bereit, aber mit uns redet ja keiner."
Die Vertragspartner Ortsgemeinde und Juwi befürchten, dass es Einbußen geben könne, wenn die drei Anlagen nicht bis Ende 2015 am Netz seien. Danach sinkt die Einspeisevergütung laut Eneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Juwi will das bis dahin schaffen.
Die Vorstellung des Forstwirtschaftsplans mit einem Gewinn von 98 810 Euro und einem voraussichtlichen Ertrag von 51 000 Euro für 2015 nutzte Rauber für eine Frage: "Könnte der Forst nicht in dem geplanten 3000 Festmetern Hiebsatz die Stellflächen für die Windräder berücksichtigen?" Das sei nicht so einfach, meint Forstamtsleiter Helmut Lieser: "Da müssen wir in die Baumkronen schauen, ob keine Nester drin sind."
Schneller erging der Beschluss, Architekt Franz Niespor aus Wahlenau mit der Planung des Ambulant Betreuten Wohnens in der Alten Schule zu beauftragen. Vonseiten des Sozialamtes der Kreisverwaltung hat Waldweiler bereits grünes Licht. Ein sogenannter Projektbrief zur Beantragung von EU-Mitteln im Lea der-Programm in der nächsten Förderperiode ab Mai 2015 soll erstellt und der vorzeitige Baubeginn beantragt werden. Über die Kreditgenehmigung über 700 000 Euro, die Waldweiler braucht, um das Projekt umzusetzen, hat die Kommunalaufsicht noch nicht entschieden.
Extra

Der Keller Verbandsgemeindebürgermeister Martin Alten (CDU) sagt: "Durch den Beschluss des Gemeinderats Waldweiler, die Firma Juwi mit der Einreichung des Bauantrags zu beauftragen, wird die Kompromissfindung in der VG sicher nicht einfacher werden. Alle Beteiligten sollten doch daran interessiert sein, einen vernünftigen Flächennutzungsplan zu erstellen. Ich habe mit Juwi ein Gespräch geführt, in dem Möglichkeiten einer Zusammenarbeit angesprochen wurden. Vor der VG-Ratssitzung werde ich auch ein Gespräch mit allen Fraktionsvorsitzenden im Rat, den Beigeordneten und dem Planungsbüro BGH-Plan aus Trier führen." Bürgermeister Alten ist Vorsitzender des Verwaltungsrates der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), die erneuerbare Energien forcieren will. Waldweiler gehört bislang der AöR nicht an. doth